piwik no script img

Video zu Frauen in ChinaHauptsache, schön

Chinesinnen, die mit 25 noch nicht verheiratet sind, stehen unter Druck. Eine neues Video porträtiert sie. Nur: Es ist von einer Kosmetikfirma.

„Sie ist nicht besonders hübsch, deshalb ist sie eine Übriggebliebene“, heißt es darin. Übriggebliebene, auf Chinesisch Sheng Nu, sind unverheiratete Frauen über 25 Jahren. Der Begriff wurde 2007 von der chinesischen Regierung ins Wörterbuch aufgenommen.

Sheng Nu sind in China enormem Druck ausgesetzt. Wer mit 25 Jahren noch nicht unter der Haube ist und noch keine Kinder hat, bereitet den Eltern und der Gesellschaft Sorgen. Das Video porträtiert diese Frauen.

„Die Leute denken, dass man in der chinesischen Gesellschaft als unverheiratete Frau nicht komplett ist“, sagt eine Protagonistin. Immer mehr Chinesinnen haben darauf keine Lust. Sie sind finanziell unabhängig und wollen selbstbestimmt leben. Der chinesischen Regierung passt das nicht. Aufgrund der jahrelangen Ein-Kind-Politik und der Selektion von Jungen herrscht starker Frauenmangel im Land. Kneifen gilt da nicht.

Was sich nach einer Minidokumentation anhört, ist in Wirklichkeit Teil einer umfassenden Werbekampagne. Unter dem Hashtag #changedestiny will der japanische Kosmetikkonzern SK-II laut eigenen Angaben Frauen motivieren, ihr Leben selbstbestimmt in die Hand zu nehmen. Eine Kosmetikfirma als Sprachrohr der chinesischen Frauenemanzipation? Diese Verbindung hat einen bitteren Beigeschmack.

Die fast 1,4 Millionen Menschen, die das Video bislang auf YouTube gesehen haben, scheinen das nicht infrage zu stellen.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 180 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema
Produkt-Arrangement bestehend aus dem bunt gemusterten „feministaz“-Halstuch, einer gedruckten taz-Sonderausgabe und einem Smartphone, das die digitale taz-Titelseite mit einer lila Faust zeigt.

10 Wochen taz testen + feministisches Halstuch

Gerade jetzt ist die Sichtbarkeit solidarischer Stimmen wichtiger denn je – für Frauen und FLINTA* weltweit. Teste die taz jetzt und erhalten unser neues feministisches Halstuch als Prämie dazu.

  • Erhalte das exklusive Tuch als Prämie – so attraktiv kann Solidarität sein!
  • Lies 10 Wochen die taz: Montag bis Freitag digital, samstags die gedruckte wochentaz
  • Limitierte Stückzahl, schnell sein lohnt

taz zur Probe + Tuch für nur 29 Euro

Jetzt bestellen

0 Kommentare