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Verfolgungsjagd eines ZivilistenUkraine empört

Ein Mann in der südukrainischen Stadt Cherson ist um einen Lastwagen gerannt, um einer Drohne zu entkommen. Die Drohne folgte ihm und explodierte.

afp | Ukrainische Behörden haben am Dienstag empört auf ein von der Polizei verbreitetes Video reagiert, das zeigt, wie ein Zivilist von einer Drohne verfolgt wird. In dem Video, dessen Echtheit die Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht überprüfen konnte, ist zu sehen, wie ein Mann in der südukrainischen Stadt Cherson um einen Lastwagen rennt, um einer Drohne zu entkommen. Die Drohne folgt ihm und explodiert.

Der Regionalgouverneur von Cherson, Oleksandr Prokudin, veröffentlichte später ein Video des Mannes, wie er in einem Krankenhausbett liegt. Prokudins Angaben zufolge handelt es sich bei ihm um einen Gemüsehändler, der den Angriff „wie durch ein Wunder“ überlebt hat. Der Mann habe Splitterverletzungen und eine Gehirnerschütterung.

„Wir hatten gerade begonnen, die Kisten herauszuholen. Meine Frau war auch dabei. Wir hörten ein Summen“, berichtet der Mann in dem Video. Er habe dem Piloten der ferngesteuerten Drohne zeigen wollen, dass er Gemüse transportierte und kein militärisches Gerät. „Ich habe angefangen zu laufen und bin gegen das Fahrzeug geprallt. Ich kam in die Flugbahn der Drohne, sie stieß gegen mich, ich stürzte“, sagte der Mann.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj machte russische Soldaten für den Vorfall verantwortlich und warf ihnen vor, „Freude daran zu haben, Zivilisten zu töten und zu misshandeln“. Die Einwohner von Cherson seien täglich „mit diesen russischen ‚Safaris‘ konfrontiert“, erklärte Selenskyj im Onlinedienst X.

Der ukrainische Außenminister Andryj Sybiha sprach auf X von einem „barbarischen Kriegsverbrechen Russlands“. „Es handelt sich um eine vorsätzliche und systematische Strategie Russlands. Sie wissen genau, was sie tun“, erklärte der Minister.

Die Stadt Cherson zählte vor dem Krieg rund 280.000 Einwohner und war von März bis November 2022 unter russischer Kontrolle. Die russischen Streitkräfte wurden von der ukrainischen Armee auf eine Seite des Flusses zurückgedrängt, der durch die Stadt fließt, und greifen von dort regelmäßig mit Drohnen an.

Mehr als vier Jahre nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine haben beide Seiten die Drohnen-Angriffe deutlich verstärkt. Die Zahl ziviler Opfer ist jüngst wieder angestiegen. Auch die russischen Behörden werfen der ukrainischen Armee vor, Zivilisten gezielt mit Drohnen anzugreifen, insbesondere in der Grenzregion Belgorod.

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