Umfrage unter Firmen: Lohnenswerter Kreislauf
Betriebe im verarbeitenden Gewerbe sind eher erfolgreich, wenn sie auf Recycling und Co setzen. Was die Regierung zur Kreislaufwirtschaft plant.
Kreislaufwirtschaft lohnt sich nicht nur ökologisch: Eine Studie des arbeitgeberfinanzierten Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln zeigt, dass sieben von zehn Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe wirtschaftlich erfolgreich sind, wenn sie Maßnahmen zur Kreislaufwirtschaft umsetzen. Ohne eine solche Ausrichtung ist es nur gut jedes zweite.
Aufgrund der Endlichkeit der Ressourcen ist das Ziel der Kreislaufwirtschaft eine möglichst lange und zirkuläre Verwendung von Rohstoffen. Um das umzusetzen, können Kreisläufe geschlossen, verlängert oder neu geschaffen werden: Diese drei Strategien betrachtet auch die Studie des Kölner Instituts.
Die Studie basiert auf einer Befragung von 479 Industrie- und Handwerksbetrieben, die Rohstoffe und Zwischenprodukte weiterverarbeiten, um daraus Güter herzustellen. Mehr als ein Drittel der Unternehmen hatte dabei keine der drei Strategien eingesetzt, der Rest setzte auf mindestens eine.
Der Unternehmenserfolg wurde anhand üblicher Kennzahlen in die Kategorien niedrig, mittel und hoch eingeteilt. Unternehmen mit mindestens einer Kreislaufwirtschaftsstrategie schnitten in mehr als zwei Drittel der Fälle mittel oder hoch ab. Bei Unternehmen ohne diese Strategien war es die Hälfte.
Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie kommt
Das schwarz-rote Bundeskabinett wird am Mittwoch voraussichtlich ein Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie verabschieden, die noch die Ampelregierung 2024 auf den Weg gebracht hatte.
Durch die Strategie soll die Wirtschaft den Weg von einem linearen Ansatz – produzieren, nutzen, wegwerfen – zu einer zirkulären Herangehensweise mit Wiederverwertung, Reparatur und Recycling finden.
Beispielsweise wird die Verdopplung der Nutzung von recycelten Rohstoffen angestrebt, um weniger Primärressourcen verbrauchen zu müssen. Das soll auch die Unabhängigkeit von Importen stärken. Als Maßnahmen nennt die Bundesregierung langlebige Produkte, digitale Zurückverfolgung der Artikel und das Recht auf Reparatur.
Kritik übt zum Beispiel der Umweltverband WWF. Ihm mangelt es zum Beispiel an verbindlichen Zielen und einem Mechanismus, der Recyclingstoffe billiger macht.
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