Über 500.000 Impfungen verabreicht

In der Bundesrepublik sind seit dem Impfstart Ende Dezember über eine halbe Million Menschen ein erstes Mal gegen Covid-19 geimpft worden. Das sagte Jens Spahn (CDU) am Samstag. Der Bundesgesundheitsminister schloss vorerst aus, dass sich Menschen ihren Impfstoff aussuchen können. Eine solche Auswahl sei aufgrund der derzeit noch herrschenden Knappheit „im Moment und auch absehbar“ nicht möglich, sagte er. Demgegenüber versprach Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD), dass die Einwohner der Hauptstadt demnächst wählen können, mit welchem Impfstoff sie immunisiert werden wollen.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil erneuerte die Kritik seiner Partei an Spahn. „Es war von Anfang an klar, dass Impfen unser Ausweg aus der Pandemie ist und deswegen im Detail vorbereitet werden muss. Das hat Spahn nicht getan“, sagte Klingbeil der FAS. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer bescheinigte der SPD, „anscheinend den Weg der Vernunft verlassen“ zu haben. Inmitten der Pandemie mache die Partei mit der Debatte über das Impfen Wahlkampf. Das schade „bei der Bekämpfung von Corona, weil es die Verunsicherung schürt“.

Angesichts der geringen Bereitschaft des medizinischen Personals, sich impfen zu lassen, rief RKI-Präsident Lothar Wieler dazu auf, alle Informationsangebote der Gesundheitsbehörden zu nutzen. „Ich höre immer wieder, dass manche Pflegekräfte befürchten, dass sie unfruchtbar werden von Impfungen. Das ist einfach eine Falschmeldung.“

Aktuell werden vor allem Hochbetagte im Alter von über 80 Jahren sowie Bewohner und Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen sowie medizinisches Personal mit besonders hohem Risiko geimpft. In der zweiten Gruppe kommen unter anderem Menschen im Alter von 75 bis 79 Jahren an die Reihe. Wer 70 bis 74 Jahre alt ist oder in einer Gemeinschaftsunterkunft wohnt, zählt zu Gruppe drei. Laut der am Freitag aktualisierten Empfehlung der Impfkommission gehören Lehrkräfte und Erzieherinnen zur Gruppe mit Priorität vier, aber auch alle 65- bis 69-Jährigen. Beschäftigte im Einzelhandel und Menschen im Alter zwischen 60 und 64 Jahren zählen zu Gruppe fünf. Erst danach soll allen weiteren Personen der Impfstoff verabreicht werden, was vermutlich im Sommer der Fall sein dürfte. (klh)

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