US-Gericht weist Einspruch ab: Trump zahlt 5,6 Millionen Dollar an E. Jean Carroll
Sie warf ihm Vergewaltigung vor, er stritt das ab. Nun verlor der US-Präsident ein Gerichtsverfahren gegen die Autorin.
Foto: Brendan McDermid/reuters
taz, rtr | US-Präsident Donald Trump hat nach einem verlorenen Zivilprozess wegen sexueller Nötigung und Verleumdung knapp 5,6 Millionen Dollar an die Autorin E. Jean Carroll gezahlt. Das Geld sei am Montag an Carrolls Anwaltskanzlei überwiesen worden, wie am Dienstag aus Gerichtsakten hervorging. Die Summe setzt sich aus der ursprünglichen Schadenersatzsumme von fünf Millionen Dollar aus dem Jahr 2023 und Zinsen zusammen.
Der Oberste Gerichtshof hatte im vergangenen Monat einen Einspruch Trumps gegen das Urteil abgewiesen. Es ist das erste Mal, dass Trump in diesem Fall zu einer Zahlung gezwungen wurde. Er weist die Vorwürfe zurück und bezeichnet das Vorgehen gegen ihn als politisch motivierte Hexenjagd.
Die Autorin warf 2019 dem US-Präsidenten vor, sie vergewaltigt zu haben. Trump erklärte das zur Lüge. Daraufhin reichte Carroll eine Verleumdungsklage ein. Im November 2022 erhob sie außerdem Zivilklage gegen Trump, nachdem im Bundesstaat New York für Sexualstraftaten die Verjährungsfrist aufgehoben wurde. Damit war auch eine Schadenersatzforderung möglich. Ein Geschworenengericht befand schließlich im Mai 2023, dass Trump für sexuellen Missbrauch und Verleumdung, nicht aber für Vergewaltigung haftbar ist.
Trumps Anwälte erklärten am Dienstag, die US-Bevölkerung stehe hinter dem Präsidenten und fordere ein sofortiges Ende dieser Verfahren. Insgesamt wurden Carroll in den vergangenen Jahren 88,3 Millionen Dollar an Schadenersatz zugesprochen. In einem weiteren Prozess im Jahr 2024 verpflichtete eine andere Jury Trump zur Zahlung von 83,3 Millionen Dollar, wogegen er voraussichtlich ebenfalls den Supreme Court anrufen wird.
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