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Trumps Tiraden

Republikaner Der Immobilienmogul siegt quer durch alle Zielgruppen: Frauen, Männer, Konservative, Moderate

taz | Für das Establishment der Republikaner ist es ein Albtraum – und einer, aus dem sie bei diesem Vorwahlkampf lange nicht aufwachen werden. Nicht nur siegt Donald Trump in New Hampshire überdeutlich mit 35,1 Prozent, das Feld hinter ihm ist zersplittert.

John Kasich wird Zweiter. John wer? In Iowa hatte der moderate Gouverneur aus Ohio kaum Stimmen gewonnen, in New Hampshire investierte er viel, und das zahlte sich aus. Aber mehr als eine Momentaufnahme ist das nicht.

Auf Platz drei lauert bereits Ted Cruz, der Sieger aus Iowa, noch so ein gefährlicher Rechtsaußen. Dem Evangelikalen war wenig zugetraut worden in dem eher säkularen Neuenglandstaat, mit wenig Aufwand kam er dennoch auf 11,6 Prozent der Stimmen.

Und Marco Rubio, der nach Iowa schon als Hoffnungsträger ausgerufen wurde, hat nach einem schlechten Auftritt beim letzten TV-Duell, bei dem er wie ferngesteuert immer gleiche Phrasen wiederholte, schon wieder verloren. Als er am Wahltag durch die Straßen zog, folgten ihm mit Alufolie und Pappkarton verkleidete Roboter, die „Marco Robots“. So schnell geht der Fall vom Hoffnungsträger zur Lachnummer in diesem Wahlkampfzirkus.

Nur für Trump scheint das nicht zu gelten. Er siegt in New Hampshire quer durch alle Zielgruppen. Auch die Moderaten wählen ihn hier, Frauen wie Männer aller Altersgruppen. Trumps Sieg holt seine in Teilen rechte Hetze aus dem Rand heraus, die nicht mehr ignoriert werden kann. Mit ihren Stimmen legitimieren die Wähler ihn und seine Tiraden.

Alarmierend: 66 Prozent der republikanischen Wähler in New Hampshire sind für einen temporären Einreisestopp von Muslimen, wie ihn Trump im Dezember vorgeschlagen hatte. Und zwei Drittel von ihnen votieren für den Mann, der bis vor einem halben Jahr nicht einmal Politiker war.

Will die alte Garde der Republikaner den Albtraum beenden, in dem Trump und Cruz die Hauptrollen spielen, müssen sie es schaffen, Wähler hinter einen der eher moderateren Kandidaten zu vereinen. Doch davon gibt es noch zu viele, und keiner wird sich schnell deutlich von der Konkurrenz absetzen: Kasich, Rubio, Jeb Bush und Chris Christie werden in einem langen und zermürbenden Kampf um diese Establishmentposition kämpfen. Trump und Cruz werden sich das gelassen anschauen. Viele der nächsten Vorwahlen finden in konservativen Südstaaten statt, ein weiterer Vorteil für die Rechten. Noch so ein mögliches Albtraumszenario. Rieke Havertz

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