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Trump nimmt Nordkoreaner ins Visier

ZIELSUCHE Alternativer Kurs: Die vom US-Präsidenten losgeschickte „Armada“ mit Flugzeugträger und Kriegsschiffen fuhr erst einmal nach Australien statt nach Korea. Was plant Trump wirklich?

afp/taz |Neue Verwirrung im Konflikt mit Nordkorea: Der US-Flugzeugträger „USS Carl Vinson“ sollte eigentlich schon vor anderthalb Wochen Kurs auf die koreanische Halbinsel nehmen. Und zwar „innerhalb der nächsten 24 Stunden“, wie das US-Verteidigungsministerium vor zehn Tagen erklärt hatte. US-Präsident Donald Trump twitterte damals: „Wir schicken eine Armada. Sehr mächtig.“ Doch wie jetzt bekannt wurde, waren die Kriegsschiffe auch Anfang dieser Woche noch Tausende Kilometer weit vom Ziel entfernt.

Das US-Verteidigungsministerium räumte ein, dass sich der Flugzeugträger noch vor der Nordwestküste von Australien befinde. Eine Aufnahme der US-Marine zeigt den Verband am Wochenende vor der indonesischen Insel Java. Er werde sich nun aber wirklich in Richtung der koreanischen Halbinsel in Bewegung setzen, sagte ein Pentagon-Mitarbeiter.

Die New York Times hatte zuvor berichtet, dass sich der Flugzeugträgerverband noch bei Australien befinde. Laut Spiegel Online kommentierten Mitarbeiter des Weißen Hauses den Bericht mit den Worten, man habe sich auf die Informationen des Verteidigungsministeriums verlassen. Dort hieß es, eine Pannenserie im Haus habe zu der falschen Meldung geführt. Nordkoreas Regierung reagierte auf alle US-Drohungen bislang unnachgiebig: Man sei bereit, auf „jegliche Art von Krieg“ seitens der USA zu reagieren, sagte ein Vertreter Nordkoreas bei der UNO. Trotz internationaler Warnungen drohte Nordkorea auch mit weiteren Raketentests. US-Vizepräsident Mike Pence seinerseits kündigte am Mittwoch an, die USA würden „jeden Angriff und jeden Einsatz konventioneller oder atomarer Waffen mit einer überwältigenden und effektiven Reaktion“ beantworten. Trump hatte mit einem Alleingang gegen Nordkorea gedroht, sollte China nicht Druck auf seinen Verbündeten ausüben.

Nordkorea hat unter Bruch von UN-Resolutionen seit 2006 nach eigenen Angaben fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im letzten Jahr.

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