Transfeindlichkeit in Bern: Trans Frau aus Frauenbereich im Freibad abgeführt
Nach Beschwerden wird eine trans Frau aus dem Frauen-FKK-Bereich eines Schweizer Freibads von der Polizei abgeführt. Der Vorfall löst Protest aus.
Foto: Lukas Lehmann/Keystone/imago
dpa | In einem Schweizer Freibad haben Polizisten nach Beschwerden von Frauen eine trans Frau aus einem FKK-Bereich abgeführt. Mehrere Personen protestierten gegen das Vorgehen vor Ort. Nach Angaben der Polizei kam es zu einem Gerangel, bei dem eine Polizistin verletzt wurde. Der Vorfall ereignete sich am Sonntagnachmittag.
Das Personal des Marzilibades in Bern soll die trans Frau nach den Beschwerden aufgefordert haben, den Frauenbereich zu verlassen. Sie habe sich geweigert, deshalb sei die Polizei gerufen worden, heißt es in der Polizeimitteilung.
Nachdem die trans Frau mit zur Wache genommen und dann entlassen wurde, habe es eine spontane Solidaritätskundgebung gegeben, die friedlich verlief, so die Polizei weiter. Weitere Angaben zum Grund der vorläufigen Festnahme machte die Polizei zunächst nicht. Man ermittle zu dem Vorfall.
Trans Menschen oder Transgender sind Personen, die sich dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde, nicht zugehörig fühlen.
Stadt: Vorgehen war falsch
Die Stadt Bern kritisierte das Vorgehen. Das Bad habe sich, als Gespräche kein Ergebnis brachten, „fälschlicherweise für eine polizeiliche Wegweisung“ der trans Frau entschieden. „Die Direktion für Bildung, Soziales und Sport bedauert diesen Entscheid ausdrücklich. Sie entschuldigt sich bei der betroffenen Person“, teilte sie mit. „Alle Personen, die sich als Frau identifizieren und als solche leben, haben Zugang zum freiwilligen FKK-Bereich Paradiesli“, betont die Stadt.
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