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TV-Werbung aus ThailandWunderbar, Wonderbra

Der Wonderbra macht was her, wo eigentlich nichts ist. Die Simulation von Oberweite eröffnet damit Täuschungs-Optionen für Frauen – und Männer.

Push-up-BH oder auch Wonderbra: Beide Begriffe bringen die Funktion dieser Büstenhalter auf den Punkt – etwas, was nicht „oben“ ist, wird hochgeschoben, bzw. etwas, was nicht da ist, wird – wie durch ein Wunder – simuliert. Durch Polster in den BH-Körbchen wird, was an Brust da ist, angehoben und zusammengedrückt – zu einem eindrucksvollen Dekolleté.

Mitte der 1990er Jahre brach ein derartiger Hype und Siegeszug dieses Wonderbras aus, woran das bis zu dem Zeitpunkt auch noch ziemlich unbekannte Model Eva Herzigova einen nicht unwesentlichen Anteil hatte. Ab diesem Zeitpunkt war es vorbei mit dem androgynen Frauenbild als Schönheitsideal, Rundungen waren wieder gefragt, und die Wonderbras wurden zuhauf aus den Läden getragen, nicht nur von Frauen – auch von Männern, die sich gern mal als Frau sehen wollten. Die BH-Auswahl für Frauen, die auf Polsterhilfe nicht angewiesen waren und gern verzichteten, schrumpfte auf ein Minimum zusammen, große Brüste waren gefragt und das Angebot wuchs.

Der Vorteil des Produkts, die Vorspiegelung falscher Tatsachen, ist gleichzeitig auch sein Nachteil. Denn spätestens wenn der absichtlich getäuschte Verführte die BH-Ösen löst, fällt der ganze Schwindel in sich zusammen. Andererseits sind Projektionen und Illusionen wesentlicher Bestandteil sexueller Anziehung, Täuschung und Enttäuschung Teil des Paartanzes.

Ein origineller Thai-Werbespot für einen Push-up-BH bringt das auf den Punkt. Ein sexy Girl entkleidet sich und schminkt sich ab – bis schließlich nur noch ein sexy Boy übrig bleibt. Zu Beginn des Spots hätte niemand diese Pointe kommen sehen. Mission erfüllt, Wonderbra!

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