piwik no script img

Straftaten gegen FlüchtlingsheimeIn diesem Jahr schon 637 Vorfälle

Die Anzahl von Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte war 2016 bisher höher als im selben Zeitraum des Vorjahres. Derzeit sinkt die Anzahl jedoch.

epd | Trotz sinkender Flüchtlingszahlen liegt die Zahl der Straftaten gegen Asylunterkünfte bisher höher als im Vorjahr. Das Bundeskriminalamt verzeichnete laut einem Bericht der Neuen Osnabrücker Zeitung in den ersten zehn Monaten des Jahres 832 Angriffe gegen Flüchtlingsheime in Deutschland. Das sei fast ein Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum. Im vergangenen Jahr seien von Januar bis Ende Oktober nur 637 solcher Straftaten registriert worden.

Nach vielen Fällen zu Jahresbeginn gehen die Zahlen dem Bericht zufolge jedoch nach und nach zurück. Setze sich die Entwicklung der letzten Monate fort, würden die Straftaten im Gesamtjahr unter den 1.031 Vorfällen im Jahr 2015 bleiben. 2014 habe die Zahl bei 199 Straftaten gelegen, 2013 bei nur 69.

Mit 772 sei der größte Teil der Übergriffe auch in diesem Jahr rechts motiviert gewesen, hieß es. Bei 60 Delikten könne eine politische Motivation noch nicht sicher ausgeschlossen werden. In 330 Fällen kam es zu Sachbeschädigung. Bei 188 Delikten verteilten die Täter rechtsextreme oder fremdenfeindliche Propaganda. Bei 144 Straftaten wendeten die Täter Gewalt an. Es habe 63 Brandstiftungen und zwölf Vergehen gegen das Sprengstoffgesetz gegeben. In vier Fällen führten die Täter Sprengstoffexplosion herbei.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare