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Spreekanal BerlinVerbotene Demo gegen Schwimmverbot

Der Verein Berliner Flussbad möchte, dass in der Spree geschwommen werden kann. Doch ihr schwimmender Protest darf nicht stattfinden.

Aus Berlin

Johanna Weinz

Es hatte eine Jubiläumsveranstaltung werden sollen. 100 Jahre nach der Schließung der Flussbäder am Dienstag ins Wasser springen. Dem geltenden Schwimmverbot zum Trotz und als Zeichen dafür, die Spree wieder zu einem normalen Badegewässer zu machen.

Hätte, hätte, war aber nicht. Kurzfristig wurde die Schwimmdemo gegen das Schwimmverbot von der Berliner Wasserschutzpolizei untersagt. Grund sind eine Reihe von Sicherheitsbedenken.

Geplant hatte die Schwimmdemo „Berliner Badeverbot ist eine Ente“ der Verein Berliner Flussbad. Der setzt sich dafür ein, im 1,9 Kilometer langen Spreekanal wieder im Fluss schwimmen zu können.

Denn Schwimmen in der Spree war nicht immer verboten. „Die Ursprünge des Berliner Schwimmverbots reichen am 20. Mai genau 100 Jahre zurück“ sagt Jan Edler vom Berliner Flussbad zur taz. Aus diesem Grund sei die Demonstration auch für den Jubiläumstag geplant worden. 1925 hatte der Berliner Magistrat die Schließung aller Flussbadeanstalten in Alt-Berlin beschlossen.

Drei Tage später mussten die Bäder schließen. Der damalige Grund seien die zunehmend mangelhaften hygienischen Bedingungen in der Spree gewesen. „Damit ging Berlins Ära der innerstädtischen Flussbadeanstalten zu Ende, und das heute bestehende Badeverbot wurde zementiert“, heißt es beim Flussbad.

Baden in der Spree ist möglich

Doch muss auch heute gelten, was einmal war? Inzwischen hat der Flussbadverein ein Monitoring entwickelt, mit dem die Wasserqualität in der Spree überprüft werden kann. Ein Argument, das auch den Bezirk Mitte überzeugt. Vor kurzem erst hatte Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) angekündigt, im kommenden Jahr eine Politbadestelle einzurichten. „Die Finanzierung wurde ins städtebauliche Entwicklungskonzept Berliner Mitte aufgenommen“, bestätigte Gothe.

Es ist nicht, das erste Mal, dass das Flussbad dazu aufgerufen hat, in die Spree zu springen. In der Vergangenheit war bereits mehrfach ein „Flussbadpokal“ ausgelobt worden. Zweimal musste die Veranstaltung dann aber wegen der Wasserqualität abgesagt werden.

Auch für die Schwimmdemonstration am Dienstag war nicht sicher, ob das Schwimmen möglich sein würde. Darüber hat der Verein die Teil­neh­me­r:in­nen schon im Vorfeld informiert. Rund 300 Schwim­me­r:in­nen hatten sich angemeldet.

Nun kann die Demo tatsächlich nicht stattfinden. Schuld ist aber nicht die Wasserqualität. Auf Anfrage nennt die Berliner Wasserschutzpolizei „fachlich begründete Gefahrenaspekte, die eine sichere Durchführung der Versammlung (schwimmender Teil) nicht zuließen“. Als konkrete Gefahren werden unter anderem Bauarbeiten im Spreekanal genannt, wegen denen es zu Gefahren an Brücken, Uferwänden und unter der Wasseroberfläche kommen könne. Auch der Ein- und Ausstieg über eine Treppe und die Strömung stellten eine Gefahr dar.

Für Jan Edler vom Flussbad stößt die Absage durch die Wasserschutzpolizei auf Unverständnis. Die Demonstration sei nach längerer Absprache mit der Versammlungsbehörde genehmigt worden. Bei den Sicherheitsbedenken handele es sich um ein „Sammelsurium an Argumenten die nicht alle valide erscheinen“, sagt er zur taz. So sei die Strömungsstärke kein Grund das Schwimmen zu unterbinden.

Für einen konstruktiven Austausch stehe das Flussbad bereit. Aber: „Dass einem ­Verbot mit einem Verbot begegnet wird, bedauern wir sehr“, so Edler.

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