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Sport- und Erholungszentrum SEZDoch eine Alternative zum Komplett-Abriss

Der Senat erteilt den Plänen, das SEZ in Gänze zu erhalten, eine Absage. Aber ein Teilerhalt scheint plötzlich wieder möglich.

Der Komplett-Abriss des Sport- und Erholungszentrum SEZ in Friedrichshain schien nicht mehr verhandelbar. Der ungenutzte DDR-Prestigebau soll Wohnungen weichen, so steht es seit Jahren im Bebauungsplan. Und der Senat hielt daran fest, trotz aller Demonstrationen, Petitionen, Klagen und Alternativ-Konzepte. Sogar die ersten Abrissbagger waren vergangenes Jahr schon aufgefahren.

Doch am Montag dann die Überraschung im Ausschuss für Stadtentwicklung. Dort verkündete Senator Christian Gaebler (SPD), dass zumindest der Erhalt des zentralen Gebäudeteils mit seiner markanten Dachkonstruktion wieder geprüft werde. Zusammen mit der Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) werde sich gerade die „technische Machbarkeit“ angeschaut sowie die Frage, wie der Altbau in einen Neubau integriert werden könne, auch hinsichtlich des Lärmschutzes für die geplanten Wohnungen.

Die WBM hatte bislang geplant, das Gebäude vollständig abzureißen und mehr als 630 Wohnungen auf dem Gelände zu errichten. Für Gaebler steht weiterhin fest: „Ziel muss sein, Wohnungsbau schnell zu ermöglichen.“ Überlegt werde nun aber, wie man den Neubau vom Bestandserhalt „abkoppeln“ könne, so der Senator. Dies sei „nicht ganz trivial“, aber: „Wir gucken uns das an.“ Auch sei für einen Teilerhalt mit veränderter Nutzung – alles außer Schwimmen – eine Änderung des Bebauungsplans erforderlich. Ausschließen wollte Gaebler das gleichwohl nicht.

Zuvor hatte er dem Konzept der Initiative „SEZ-Quartier neu denken“ eine Absage erteilt. Das Bündnis hatte einen Vorschlag vorgelegt, wie das SEZ gänzlich erhalten werden könne, ergänzt um vier Hochhaustürme auf bisher unbebauten Flächen. Der Senat hatte bei einer Anhörung im Ausschuss im März eine Prüfung des Vorschlags versprochen – diese legte Gaebler am Montag vor. Fazit: „Ein Kompletterhalt ist aus unserer Sicht weder zeitlich noch finanziell darstellbar.“

Nutzung unklar

So würde sich die Fertigstellung des Wohnungsbaus um mindestens fünf Jahre auf 2035 verzögern. Zudem seien die Kosten des Konzepts, die laut Senat auf 465 Millionen Euro geschätzt werden, etwa doppelt so hoch wie die geplanten Ausgaben für die WBM-Pläne. Den hohen Investitionskosten für Sanierung und Neubau stünden dabei keine erwartbaren Einnahmen entgegen.

Bislang ist unklar, wer als Betreiber für welche Nutzung in einem womöglich sanierten SEZ infrage käme. Das gilt auch für den Fall, dass nur ein Teil des Gebäudes erhalten bleibt. Einer öffentlichen Nutzung oder gar einer Reaktivierung des Schwimmbetriebs erteilte Gaebler eine Absage.

Ein Problem bei allen Überlegungen, die über einen Komplett-Abriss hinaus gehen, ist der Zustand des Gebäudes. Dieser wurde in einem Kurzgutachten als „schlecht bis desolat“ eingestuft. Die Probleme reichen von Schadstoffbelastung über stehendes Wasser im Gebäude bis hin zu Korrosion an zentralen Bauelementen. Soll nun doch ein Teil stehenbleiben, wird eine vertiefte Begutachtung notwendig.

Für das angedeutete Umdenken bekam der Senat zumindest vorsichtige Zustimmung aus der Opposition: „Es ist begrüßenswert, wenn weitere Überlegungen zum Teilerhalt gemacht werden“, so Michael Efler von der Linken. Der Grünen-Abgeordnete Julian Schwarze dankte allen, die sich gegen einen Abriss engagierten: „Die Debatte hat dazu geführt, einen Umdenkprozess anzustoßen.“ Jetzt beginne die „Diskussion über Details“.

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