Soziologin über Rassismus: „Ich will Stereotype abbauen“

Seit Corona werden als asiatisch eingeordnete Menschen angefeindet. Die Soziologin Ruirui Zhou über ihre Familie in Wuhan und ihre Idee von Herkunft.

Ruirui Zou steht vor einem Baum

Kommt aus Wuhan, lebt in Hamburg und versteht sich als Weltbürgerin: Ruirui Zhou Foto: Miguel Ferraz

taz: Frau Zhou, hat die Corona-Pandemie den Blick auf die chinesische Community verengt?

Ruirui Zhou: Ja und nein. Es gibt ja gar keinen allgemeinen Blick auf die chinesische Community. Doch seit vermutet wurde, dass sich die Epidemie auch in Europa verbreiten könnte, kamen erste öffentliche Äußerungen auf, wie die Bezeichnung von Sars-CoV-2 als „China Virus“.

Menschen, die asiatisch gelesen werden, wehren sich unter anderem unter ­#IchbinkeinVirus gegen diese Art von Rassismus. Sind Sie auch schon derart abgewertet worden?

Ich persönlich nicht. Ich muss aber sagen, dass es mit meinem Lebens- und Arbeitskreis zu tun hat. Diese Umgebung von gut ausgebildeten Leuten – und dazu wohl noch ein bisschen Glück – hat mir Anfeindung erspart. Aus meinen Bekanntenkreis habe ich jedoch gehört, dass Kindern mit asiatischem Aussehen „Coronavirus“ ins Gesicht geschrien wurde oder dass Menschen mit asiatischem Aussehen von Kliniken bei Terminvergaben ohne Begründung abgelehnt worden sind. Ich habe bloß ein paar unangenehme Erfahrungen gemacht.

Welche?

Beispielsweise werde ich im Flur gefragt, wann genau ich „die Chinesen“ treffe und mit wem ich Silvester gefeiert habe. Ich kann aber nachvollziehen, dass einige Menschen sich einfach Sorgen machen.

Wie gehen Sie damit um?

Ich erkläre ruhig, dass ich die ganze Zeit keinen direkten Kontakt mit Menschen aus der betroffenen Stadt Wuhan hatte. Und ich erkläre auch, dass die Chinesen, die ich kenne, verantwortungsvolle Menschen sind. Die Entscheidung, Wuhan ab dem Vorabend des chinesischen Neujahrs unter Quarantäne zu stellen, war eine notwendige Maßnahme, die von den Menschen große Opfer verlangte, aber sie hielten sich daran.

34, ist in Wuhan geboren und kam 2009 nach Deutschland. Die Soziologin ist gerade dabei, den Verein „Chinesische Gemeinde in Deutschland“ mit zu gründen. Sie ist außerdem Mitglied der Kulturpolitischen Gesellschaft in Deutschland und Kolumnistin der New Beijing Post. Zhou promoviert an der Universität Hamburg. Ihr Thema: „Ein Vergleich der öffentlichen Kulturpolitik im Projekt der Modernisierung zwischen Deutschland und China“.

Sie sind in Wuhan geboren. Sorgen Sie sich um Ihre Familie und Freund*innen?

Ja. Ich habe mir große Sorge um meine Angehörigen und meine Freund*innen gemacht. Meine Mutter ist Professorin für englischsprachige Literatur- und Sprachwissenschaft an der Wuhan-Universität. Mein Vater war medizinischer Experte im Gesundheitswesen und hat im Jahr 2003 die Bekämpfung gegen SARS in Wuhan geleitet. Die Nachrichten aus der Stadt haben mich jetzt sehr berührt und ich habe ein paar Spendenaktionen organisiert. Dabei wird man mit vielen Nöten konfrontiert. Da muss man teilweise seine Emotionen ausschalten, um weitermachen zu können.

Sie sind seit 2009 in Hamburg. Waren die Ressentiments, denen Sie hier als Chinesin begegnet sind, vor der Pandemie andere als jetzt?

Die Hetze gegen Chines*innen war auch vor der Pandemie nicht so negativ behaftet, wie sie sich gegen andere ethnische Minderheiten äußert.

Nahmen die Anfeindungen mit dem Verlauf der Pandemie ab und zu?

Ich habe drei Phasen erlebt. Anfangs war in der Presse schnell die Rede vom „China-Virus“ oder vom „Virus Made in China“, das hat mit zu starken Anfeindungen geführt. Nach dem Aufruf durch Bernhard Franke, dem Leiter der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, im Februar ging das aber zurück.

Franke hatte berichtet, dass sich verstärkt Menschen asiatischer Herkunft an die Antidiskriminierungsstelle gewandt hatten und gesagt, dass Angst vor Ansteckung zwar verständlich sei, aber niemals rassistische Diskriminierung rechtfertige.

Genau, das hat auch kurz geholfen. Aber seit der Verschärfung der Situation in Deutschland im März gibt es wieder einen Anstieg.

Vor China und den Chines*innen als die „Gelbe Gefahr“ wurde ja schon im 18. Jahrhundert“ gewarnt. Schwingen in den zurzeit grassierenden Anfeindungen aus Ihrer Sicht alte Vorurteile wieder neu mit?

Stereotype, egal ob positiv oder negativ, werden in sozialen Kontexten erfunden und konstruiert. Als ein Resultat aus der Absprache von institutionellen und kulturellen Machtstrukturen werden sie weitergegeben, wobei Veränderungen nicht auszuschließen sind. Meines Erachtens beruhen die Diskriminierungen von Chines*innen heute auf Stigmatisierung aus rassistischen Gründen.

Wann haben Sie zuletzt gehört, dass Sie aber gut Deutsch sprechen oder sind gefragt worden, wo Sie denn herkommen?

Dass habe ich hier wenig gehört. Nur ab und zu werde ich auf der Straße aus Neugier angesprochen. Lange wollte ich die Frage nach meiner Herkunft nicht so gern beantworten, da ich mich als eine Weltbürgerin verstehe und ich denke nicht, dass man durch seine Herkunft zu definieren ist. Jetzt bin ich entspannter, weil ich für mich eingesehen habe, das die Frage hier in Deutschland auch aus netter Neugier kommt.

Fühlen Sie sich mit China stark verbunden?

Dass China und Chines*innen Kulturbegriffe sind, ist ein Kerncharakteristikum der chinesischen Kultur. Meine Sprache ist mein Heimatland, so sagte es sinngemäß auch der portugiesische Dichter Fernando Pessoa und so halte ich es auch. Und ich schließe mich an den von Hegel und Fichte ausgehenden Begriff des „Kulturstaats“ an, in dem jeder Einzelne auch durch die Kultur befähigt werden soll.

Welche Intention hat denn der Verein „Chinesische Gemeinde in Deutschland“, den Sie gerade gemeinsam mit anderen in Hamburg gründen?

Der Vorstand unseres Vereins setzt sich aus Manager*innen, Akademiker*innen und Jurist*innen zusammen. Unser Ziel ist die In­tegration der Chines*innen in Deutschland. Wir sehen unsere Aufgabe vor allem in der Aufklärung. Dabei ist Antidiskriminierung ein wichtiger Aufgabenbereich, nicht nur weil sie im Interesse der in Deutschland lebenden Menschen mit chinesischem Hintergrund liegt, sondern auch, weil sie einer der wichtigsten Grundwerte der europäischen Gesellschaft ist. Deswegen wollen wir Menschen, die ihnen zugeschriebenen Rollen und ungeschriebenen Regeln erklären.

Wen wollen Sie damit ansprechen?

Wir denken, dass viele Menschen die Gesellschaft nicht kennen und sich in sozial, wirtschaftlich oder kulturell unterprivilegierten Ständen befinden. Daraus entstehen Unzufriedenheit und Reibungen. Dass man einen Job hat und Steuern bezahlt, heißt ja nicht, dass man Teil der Gemeinschaft ist. Parallelgesellschaften sind sowohl für die betroffenen Gruppen als auch für die ganze Gesellschaft nicht gut.

Sie arbeiten auch als Kolumnistin unter anderem für die New Beijing Post. Welche Themen greifen Sie da auf?

Ich schreibe Artikel für mehrere Zeitschriften in und außerhalb Chinas, etwa für Phönix Weekly in Hongkong oder United Morning Paper in Singapur. Mein Anliegen ist es, dem chinesischen Publikum ein unverfälschtes Bild vom gegenwärtigen Deutschland zu zeigen. Immer noch sind die Vorstellungen über Deutschland unter Chines*innen von den Vorstellungen über die USA nicht zu unterscheiden. Da will ich auch Stereotype abbauen.

Ähnlich dürfte es sich mit den Vorstellungen der Deutschen von China verhalten, da gibt es ja auch Aufklärungsbedarf. In China werden zum Beispiel immer noch viele Mittel zur Veränderung der Hautfarbe beworben. Je weißer, um so schöner? Was steckt dahinter?

„Je heller, desto schöner“ ist eine Ästhetik, die eine lange Geschichte bis hin zum chinesischen Kaiserreich hat. Dafür sind eine Reihe von Beschreibungen in der altchinesischen Hochliteratur verantwortlich, die die helle und geschmeidige Haut einer schönen Frau loben, also beispielsweise „geschmeidig wie Lammfett, hell wie Jade“. Daher ist diese Ästhetik ursprünglich eher von einer klassenbewussten als von einer rassistischen Ausdifferenzierung geprägt.

Sind in China Schönheitsoperationen für ein eher europäisches Aussehen weiter en vogue?

Viele lassen es sich machen. Aber es ist nicht en vogue, wird also nicht von allen begrüßt. Langsam ist eine Pluralisierung der Ästhetik zu beobachten.

Bei deutsch-chinesischen Paaren, die in Deutschland leben, kann man aber von Oma und Opa mit chinesischem Hintergrund schon mal hören, dass das Enkelkind ja erfreulicherweise eher weiß sei.

Gelegentlich.

Ist das Selbsthass oder Selbstschutz?

Ich vermute, in solchen Fällen handelt es eher um eine Strategie aus pragmatischen Gründen.

Wie gehen Sie denn selbst mit den vermeintlich netten Zuschreibungen um, wie: Chinesen lächeln immer und sind arbeitsam?

Das sind Klischees, die zu mir nicht passen. Ich bin keine typische Chinesin. Ich bin keine, die immer lächelt und ich gehe stark davon aus, dass ich nicht fleißig bin. Viele meiner biodeutschen Kolleg*innen und Freund*innen sagen, dass sie mich nicht wie eine Ausländerin wahrnehmen. Und dass ich immer versuche, Menschen möglichst freundlich zu begegnen, führe ich auf die Erziehung meiner Eltern zurück. Beim Umgang mit den anderen Menschen verhalte ich mich einfach als Mensch.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

wir pausieren vorübergehend die Kommentarfunktion: Wir freuen uns darauf, bald wieder von Euch zu hören.

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Bis dahin wünschen wir Euch eine gute Zeit!
Eure taz