: Schwimmen statt turnen
Ausgleich Bildungsverwaltung zahlt Schulen, in deren Turnhallen Flüchtlinge leben, 2.000 Euro
Als Ausgleich für beschlagnahmte Turnhallen sollen Berlins Schulen monatlich 2.000 Euro bekommen. Damit können sie zusätzlichen Schwimmunterricht, Eissport- oder andere Bewegungsangebote finanzieren, teilte die Bildungsverwaltung am Dienstag mit. Laut Gesundheitsverwaltung sind derzeit in 49 der insgesamt 1.050 Berliner Sporthallen Flüchtlinge untergebracht. In vielen Bezirken muss deshalb Sportunterricht umorganisiert werden.
In Pankow fielen etwa 700 Sportstunden pro Woche aus, so die Bezirkssportstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD). Im Bezirk sind acht Hallen mit Flüchtlingen belegt, berlinweit die meisten. In Treptow-Köpenick, wo in 6 von 67 Sporthallen Flüchtlinge wohnen und eine Halle saniert wird, können 1.350 Schüler nicht wie gewohnt zum Sportunterricht gehen. Laut Bezirksamt fällt deshalb aber kein Unterricht aus. „Der Schulsport wurde in sehr guter Kooperation der umliegenden Schulen sowie teilweise zulasten des Vereinssports oder Kita-Sports umorganisiert“, berichtet Bezirksamtsmitarbeiterin Agnes Matz.
In Neukölln sei Unterrichtsausfall nicht zu vermeiden, berichtet Bärbel Ruben vom Bezirksamt. „Allerdings fällt nicht so viel Sportunterricht aus, dass die Benotungen in Gefahr sind.“ Der Landeselternausschuss hatte bereits im Dezember gefordert, keine weiteren Schulsporthallen zu belegen. (dpa)
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