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Sambias toter Ex-PräsidentWurde Edgar Lungu vergiftet?

Ein südafrikanisches Gericht ordnet eine Autopsie des im Juni 2025 in Südafrika verstorbenen Ex-Präsidenten Sambias an. Seine Familie ist empört.

Aus Lusaka

Arnold Mulenga

Acht Monate ist der Tod von Sambias Ex-Präsident Edgar Lungu her, und noch immer kommt er nicht zur Ruhe. Die Polizei von Südafrika, wo der 2021 abgewählte Staatschef verstarb, hat nun eine forensische Untersuchung der Leiche beantragt.

Nach amtlichen Angaben starb Lungu am 5. Juni 2025 im Alter von 68 Jahren an Herzversagen wegen Komplikationen nach einem chirurgischen Eingriff in einem Krankenhaus der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria. Seitdem streitet sich seine Familie mit Sambias Regierung um das Schicksal des Leichnams.

Die Familie will ihn in Südafrika beisetzen lassen, Sambias Regierung will ein Staatsbegräbnis in der Heimat am Ruhesitz anderer toter Präsidenten des Landes, aber die Familie will ihn in Südafrika beisetzen lassen und verweigert die Herausgabe.

Sambias Regierung hat vor Gericht in Südafrika erwirkt hat, dass das von der Familie dort geplante Begräbnis nicht stattfinden kann. Der Tote liegt seitdem beim südafrikanischen Bestatter Two Mountains Funeral Services in der Stadt Randburg.

Autopsie acht Monate nach dem Tod

In der neuesten Episode dieser Saga hat die Polizei nun eine richterliche Verfügung erwirkt, die den Bestatter verpflichtet, den Leichnam der Polizei auszuhändigen, damit ein DNA-Test vorgenommen und eine Autopsie stattfinden kann. Letzteres soll die Frage beantworten, ob Lungu vielleicht vergiftet wurde. „Der vorbezeichnete Leichnam wird zurück in die Obhut von Two Mountains Funeral Services übergeben, sobald die genannte Prozedur abgeschlossen ist“, heißt es.

Die Johannesburger Anwaltskanzlei Mashele, die die Lungu-Familie vertritt, hat bei der Polizei schriftlich Widerspruch eingelegt. „Wir halten es für nötig, die Besorgnis unserer Klienten über diese Anfrage festzuhalten“, so die Kanzlei, und sie äußerte sich zum Vergiftungsvorwurf: „Unsere Klienten bleiben dabei, dass diese Vorwürfe haltlos sind und nicht von glaubwürdigen Beweisen gestützt werden.“

Zuvor hatte ein höheres Gericht in Südafrika nämlich entschieden, dass der Leichnam in Obhut und Besitz des Bestatters bleiben soll, bis das gesamte Gerichtsverfahren abgeschlossen ist. „Diese Verfügung ist bindend und in Kraft“, sagt die Anwaltskanzlei.

Spannungen zwischen Regierung und Opposition

In Sambia verschärft all dies ein halbes Jahr vor den nächsten Wahlen die Spannungen zwischen der Regierung von Präsident Hichilema und Lungus Partei PF (Patriotic Front), seit 2021 in der Opposition. Die PF ist davon überzeugt, dass Sambias Präsident Hakainde Hichilema und Generalstaatsanwalt Mulilo Kabesha sich direkt eingemischt haben, indem sie die von Sambiern in Südafrika gegründete Lobbygruppe PFSA (Progressive Forces of South Africa) fördern.

Diese verlangt seit Monaten auf Protestaktionen und Pressekonferenzen die Überführung des toten Edgar Lungu in die Heimat. Die Forderung nach Autopsie und polizeilichen Ermittlungen soll ebenfalls auf die PFSA zurückgehen.

„Die Gerichte in Südafrika schränken den Zugang zum Leichnam ein, aber Kabesha und seine Leute suchen Zugriff darauf mit allen Mitteln“, sagte PF-Führungsmitglied Emmanuel Mwamba. „Deswegen erregen ihre Absichten Verdacht. Diese böse Scharade muss ein Ende finden, und selbst zu dieser späten Stunde muss Würde einkehren, um den dahingeschiedenen Präsidenten zu ehren.“

Mark Simuuwe, Sprecher von Sambias Regierungspartei UPND (United Party for National Development), widersprach: Es sei nötig, Vorwürfen, der Ex-Präsident sei vergiftet worden, gewissenhaft und ordentlich nachzugehen. Die Regierung wolle die Sache „würdig und rechtmäßig“ zu Ende bringen.

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