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Sahrauische Aktivistin setzt Hungerstreik fortZwangsernährung droht

Der Zustand der sahrauischen Aktivistin Aminatu Haidar ist kritisch. Spaniens Regierung unternimmt nichts, um sich für eine Rückkehr der 43-Jährigen in die Westsahara einzusetzen.

MADRID taz | Spanien schmeißt im Falle Aminatu Haidar das Handtuch. Anstatt den Druck auf Marokko zu erhöhen, damit die nach Lanzarote abgeschobene Menschenrechtsaktivistin in die Westsahara zurückkehren kann, denkt die Regierung über eine Zwangsernährung der 43-Jährigen nach. Haidar ist Montag schon seit 22 Tagen im Hungerstreik. "Wir werden einen Amtsarzt schicken. Dann wird ein Richter entscheiden", erklärte ein Sprecher des Außenministeriums gegenüber der taz. Das sind Methoden wie in Marokko", beschwert sich Haidar, die am Sonntag einen Amtsarzt wegschickte. "Ich möchte nicht ins Krankenhaus. Ich bin Herr meines Willens und meines Handelns", bekräftigte die "sahrauische Gandhi", wie Haidar wegen ihres mutigen Kampfs in der seit 1975 von Marokko besetzten ehemaligen spanischen Kolonie Westsahara genannt wird.

Marokkos Grenzpolizei nahm Haidar am 14. November nach einer US-Reise auf dem Flughafen in El Aaiún, der Hauptstadt der Westsahara, den Pass ab. Dann wurde sie nach Spanien abgeschoben. Seither ist sie im Hungerstreik. Haidar befinde sich in einem sehr schlechten Allgemeinzustand, erklärt ihr Arzt. Spaniens Premier José Luis Rodríguez Zapatero schließt ein Eingreifen des spanischen Königs Juan Carlos aus. Dabei wäre er der Einzige, der mit Marokkos Monarchen Mohammed VI. verhandeln könnte.

Rabat droht Spanien mit Abbruch der Beziehungen. Madrid müsse sich entscheiden zwischen "der Kooperation mit einem Marokko, das in der Lage ist, zu kontrollieren, was in seinem Staatsgebiet passiert, und die Plagen bekämpft, die auch Spanien betreffen" und "einer Region, deren Gefahren auch Auswirkungen auf Spanien und Europa haben", sagt der enge Freund von Mohammed VI. und Parlamentarier Fouad Ali el Himma. Der Generalsekretär der Polisario und Chef der sahrauischen Exilregierung, Taleb Omar, sprach vom "Ende des friedlichen Wegs", sollte Haidar sterben. Ein "katastrophales Ende" Haidars werde "die gesamte Region destabilisieren", sagte er im spanischen Staatsrundfunk.

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