Sachsen-Anhalt nach der Wahl : Kultur nur mit Bekenntnis?
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Die AfD plant neue Bedingungen für die Kulturförderung in Sachsen-Anhalt. WUK Theater, Radio Corax und Bachfesttage blicken in dieser Podcastfolge auf die AfD-Pläne.
„Um uns wieder ein gesundes Selbstbewusstsein zu geben, werden wir unter anderem die Kulturförderung an ein Bekenntnis zu unserem Land binden.“ Das steht auf Seite 8 des Kurzwahlprogramms der AfD Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl 2026. Doch wie genau würde ein solches Bekenntnis aussehen? Und welche Folgen hätte es für die Kulturlandschaft in Sachsen-Anhalt? Für die neue Sonderfolge von „Mauerecho“, aufgenommen beim Osten-Festival in Bitterfeld-Wolfen, kamen Vertreter:innen der Kulturbranche miteinander ins Gespräch.
Wolfgang Aldag, Landtagsabgeordneter der Grünen, sagt, Kultur müsse unabhängiger von staatlichen Mitteln werden. Dabei spiele auch das Ehrenamt eine Rolle. Nicole Tröger, Leiterin des WUK Theater Quartiers, verweist dagegen auf die prekäre finanzielle Lage vieler freischaffender Künstler:innen. Sie hätte sich bereits in der Vergangenheit mehr Unterstützung gewünscht, statt darauf angewiesen zu sein, dass Menschen ehrenamtlich arbeiten. Mit ihnen diskutieren noch Martin Nauendorf, Kurator des Osten Festivals und Folkert Uhde, Geschäftsführer der Bachfesttage Köthen.
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Wolfgang Aldag, Landtagsabgeordneter der Grünen, sagt, Kultur müsse unabhängiger von staatlichen Mitteln werden. Dabei spiele auch das Ehrenamt eine Rolle. Nicole Tröger, Leiterin des WUK Theater Quartiers, verweist dagegen auf die prekäre finanzielle Lage vieler freischaffender Künstler:innen. Sie hätte sich bereits in der Vergangenheit mehr Unterstützung gewünscht, statt darauf angewiesen zu sein, dass Menschen ehrenamtlich arbeiten.
Alle Gesprächspartner:innen betonen, dass freie Kulturangebote auf eine verlässliche Finanzierung angewiesen sind. Bei der Frage, wie diese Finanzierung organisiert werden sollte, unterscheiden sich ihre Positionen jedoch. Ein möglicher Konflikt: Sollten Fördermittel künftig an politische oder kulturelle Voraussetzungen geknüpft werden, müssten Einrichtungen ihrer Einschätzung nach abwägen, unter welchen Bedingungen sie staatliche Förderung noch annehmen wollen.
Platz 6 von 16 in Kultur
Die Zahlen zeigen, wie stark Teile der Kulturlandschaft von öffentlicher Finanzierung abhängig sind. Der Kulturhaushalt des Landes Sachsen-Anhalt betrug im Jahr 2026 rund 193 Millionen Euro. Das geht aus der Kulturbilanz der Staatskanzlei und des Ministeriums für Kultur des Landes hervor. Nach Angaben der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder gab das Land 2021 zwischen 150 und 200 Euro pro Person für Kultur aus.
Im Vergleich der Bundesländer belegte Sachsen-Anhalt damit bei den Pro-Kopf-Ausgaben für Kultur Platz 6 von 16. Trotz dieser vergleichsweise hohen öffentlichen Förderung beschreibt Nicole Tröger die finanzielle Lage vieler freischaffender Künstler:innen als prekär.
Wie genau die AfD versuchen wird, ihre kulturpolitischen Pläne umzusetzen, bleibt offen. Wie die Kulturbranche damit umgeht und ob es einen Zwischenweg geben kann, erfahrt ihr in dieser Podcastfolge von „Mauerecho – Ost trifft West“.
„Mauerecho – Ost trifft West“ ist ein Podcast der taz panterstiftung. Er erscheint derzeit jede Woche auf taz.de/mauerecho sowie überall, wo es Podcasts gibt. Besonderer Dank gilt unserem Sounddesigner Sebastian Jautschus und unserem Praktikanten Kilian Hamidi.
Umverteilung gegen rechts
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