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Rojava-Proteste in BelgienMesserangriff auf kurdische Demonstration in Antwerpen

Bei einem Angriff auf eine Solidemo für Rojava werden sechs Menschen verletzt, zwei davon schwer. Die belgische Polizei spricht von versuchtem Mord.

afp | Bei einem Messerangriff auf eine kurdische Demonstration in Antwerpen sind Polizeiangaben zufolge am Donnerstag sechs Menschen verwundet worden. Alle Verletzten, darunter zwei in lebensbedrohlichem Zustand, seien in ein Krankenhaus eingeliefert worden, sagte der örtliche Polizeisprecher Wouter Bruyns der Nachrichtenagentur afp. Vier Verdächtige seien in der Nähe des Opernhauses von Antwerpen festgenommen worden, während die Suche nach möglichen weiteren Tatverdächtigen anhalte.

Der Angriff in der größten Stadt Belgiens ereignete sich Behördenangaben zufolge gegen 19.20 Uhr bei einer Solidaritätsveranstaltung für die kurdische Bevölkerung in Syrien. Ein Motiv für die Tat war zunächst nicht bekannt. Die Polizei untersuche den Angriff als versuchten Mord und „nicht als Terrorismus“.

Zahlreiche Familien, Frauen und Kinder hätten an der Veranstaltung teilgenommen, berichtete der Sprecher einer kurdischen Diaspora-Organisation in Belgien, Orhan Kilic. Als sich die Demonstration langsam auflöste, hätten mehrere Männer, die sich offenbar unter die Demonstranten gemischt hatten, „plötzlich Messer gezogen und wahllos auf Menschen eingestochen“. Es handele sich um „keinen Einzelfall sinnloser Gewalt, sondern einen motivierten Angriff auf eine Gemeinschaft“.

Anlass der Demonstration in Antwerpen war die konfliktreiche Lage in Syrien: In den vergangenen Tagen hatten syrische Regierungstruppen bei einer Offensive im Norden und Osten des Landes kurdische Kämpfer aus mehreren bisher von den Kurden kontrollierten Gebieten vertrieben. Die syrische Übergangsregierung hatte am Dienstag erneut eine Waffenruhe verkündet. Die kurdischen Kämpfer wollen sich eigenen Angaben zufolge daran halten. Zuvor verkündete Waffenruhen waren gescheitert.

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