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RiesenslalomZurück in der Balance

Alice Robinson gewinnt schon wieder einen Riesenslalom. Dennoch steht sie im Schatten anderer Athletinnen.

A lice Robinson hätte sicher einiges zu erzählen in diesen Tagen. Über die Weltcup-Rennen in Nordamerika zum Beispiel, die beiden Riesenslaloms, die sie mit deutlichem Vorsprung gewann. Es ist nicht so, dass die Skirennläuferin aus Neuseeland gar keiner fragt, aber sie hätte durchaus ein bisschen mehr Aufmerksamkeit verdient. Robinson ist das schon gewohnt. In der vergangenen Saison erging es ihr ähnlich. Damals drehte sich viel um die überragende Federica Brignone aus Italien. Und dann ist da Mikaela Shiffrin, die im Slalom immer gewinnt. Dabei hat Robinson doch in Copper Mountain und nun am Samstag den ersten von zwei Riesenslaloms im kanadischen Tremblant gewonnen.

Den Schatten der Rekordfrau aus den USA wird Robinson so schnell nicht loswerden, der begleitet sie bereits seit 2019. Damals, als sie mit 17 ihr erstes Weltcup-Rennen auf dem anspruchsvollen Hang in Sölden gewann, hieß es, sie sei Shiffrin Nummer zwei. Die Amerikanerin war bei ihrem ersten Sieg ebenfalls 17. Aber in den darauffolgenden Jahren konnte Robinson das frühe Versprechen nicht mehr ganz einhalten. Sie sei damals das Mädchen gewesen, „das vom anderen Ende Welt gekommen ist und der alles zugefallen ist“, sagte sie am Ende der vergangenen Saison im Schweizer Fernsehen. Robinson dachte, es gehe so weiter mit „meinem natürlichen Talent und Speed. Deshalb habe ich wohl andere Sachen vernachlässigt“ – und erlebt, was vielen widerfährt, die früh nach oben kommen.

Talent reicht nicht

Die Frühstarterin aus Queenstown musste lernen, dass Talent alleine irgendwann nicht mehr reicht. Sie verzettelte sich, weil sie auch in den schnellen Disziplinen startete und das womöglich zu Lasten des Riesenslaloms ging. Robinson war nicht weg, aber fuhr eben nicht mehr konstant und schied öfter mal aus. „Es ist hart, einen Schritt zurück zu machen, um wieder zwei Schritte vorwärtsgehen zu können. Aber ich musste da unten durch“, gibt sie zu.

Im vergangenen Winter schaffte Robinson wieder die Balance. In der Riesenslalom-Gesamtwertung und bei der WM in Saalbach-Hinterglemm musste sie sich nur Brignone geschlagen geben. Der erste Sieg seit vier Jahren, sieben Podestplätze in neun Riesenslaloms und ihre erste WM-Medaille haben gezeigt, „dass ich erwachsener geworden bin“. Sie weiß jetzt, mit 24, worauf es ankommt.

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