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Report des Deutschen KinderhilfswerksKinder für mehr Mitbestimmung in der Schule

Kinder und Jugendliche wollen mehr Mitsprache in der Schule – das ist ein Ergebnis des neuen Kinderreports. Chancengerechte Bildung funktioniere noch nicht.

Holger Hofmann und Anja Siegesmund vom Deutschen Kinderhilfswerk mit Karin Prien (CDU, M.) bei der Pressekonferenz am 26. Mai 2026 Foto: Sebastian Gollnow/dpa

In der Schule soll gelernt werden, wie Demokratie funktioniert und wie man fair miteinander umgeht. Das finden 94 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren wichtig. 88 Prozent wünschen sich außerdem mehr Möglichkeiten zur Mitbestimmung in der Schule, 70 Prozent mehr außerschulische Projekte. Diese Zahlen, die am Dienstag im Rahmen der Veröffentlichung des Kinderreports 2026 vorgestellt wurden, unterstreichen die Bedeutung von Demokratiebildung für soziale Teilhabe und Chancengerechtigkeit.

Der Kinderreport erscheint jährlich und wird vom Deutschen Kinderhilfswerk auf Grundlage einer Forsa-Umfrage erstellt. In diesem Jahr geht es um chancengerechte Bildung, die in Deutschland immer noch nicht funktioniert – also um gleichen Zugang, unabhängig vom sozioökonomischen Hintergrund. „Kinder fordern Chancen ein“, sagt Anja Siegesmund, Vizepräsidentin des Kinderhilfswerks. „Und ihre Stimmen müssen gehört werden“. Mehr als 1.000 Kinder und genauso viele Erwachsene hat das Kinderhilfswerk also gefragt, was sich für ein gerechteres Bildungssystem ändern müsste. Aus ihren Antworten leitet das Kinderhilfswerk konkrete Forderungen an die Regierung ab.

Gefordert wird unter anderem ein bedarfsgerechter Ausbau von Kitaplätzen, bundesweit verbindliche Standards für den Fachkraft-Kind-Schlüssel, mehr Ganztagsangebote und ein sofortiger Bildungszugang für geflüchtete Kinder. Auch Demokratiebildung soll fest in Lehrplänen verankert werden – und zwar ab der ersten Klasse. „Denn Bildung ist mehr als Lernen, es geht um Teilhabe“, sagt Siegesmund.

Das Kinderhilfswerk fordert deshalb auch mehr Mitbestimmung für Schü­le­r:in­nen bei der Gestaltung des Schulsystems, etwa durch Schulkonferenzen. Außerdem brauche es eine gesetzliche Absicherung für die Förderung von freien Trägern, die Demokratieprojekte anbieten. Das soll insbesondere Kindern, die von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffenen sind, mehr Bildungschancen bieten.

„Für das Vertrauen in unsere Demokratie ist das Einlösen des Aufstiegsversprechens wahrscheinlich eine der entscheidenden Stellschrauben“, sagt Bildungsministerin Karin Prien (CDU). Dafür müsse das Bildungssystem reformiert werden, Investitionen seien nötig. Auch Demokratiebildung in der Schule und darüber hinaus sei ein entscheidender Punkt, so Prien, die wegen der Umgestaltung des Programms „Demokratie Leben!“ in der Kritik steht. Prien verweist auf das 4-Milliarden-Euro-Investitionsprogramm für Kitas aus dem Sondervermögen, sowie auf die 100 Milliarden Euro für Länder und Kommunen.

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