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Rekordsumme für DinofossilJurassic Markt

Für 50 Millionen Dollar ging ein T-Rex-Skelett an einen anonymen Bieter. Das ist eine schöne Nachricht für Schatzsucher und eine schlechte für die Forschung.

Schätzungsweise 67 Millionen Jahre soll der Tyrannosaurus rex, den sie jetzt „Gus“ nennen, unter der Graslandschaft im Nirgendwo von South Dakota gelegen haben. Man hätte ihm auch ein paar Jahre mehr gegönnt, denn die Ära, in der wieder auf die Beine gestellt wird, ist keine schöne: Donald Trump, Hydration Breaks bei der Fußball-WM und das neue Album von Kanye West. Im Fall „Gus“ gilt womöglich tatsächlich: Ganz früher war alles besser.

Bei den Sammlern und Jägern von heute stehen Dinos hoch im Kurs. Fragen Sie nicht warum, schließlich kann auch niemand schlüssig erklären, warum ein Bild von Picasso Millionen wert ist. Vielleicht liegt es am neuen Hype, den der letzte „Jurassic Park“-Film ausgelöst hat. Aber gut, in Zeiten, in denen alles immer größer und mehr sein muss, nimmt es nicht wunder, wenn auch für Dinosaurier-Fossilien Rekordsummen fließen. T-Rex „Gus“ kam jetzt für 50 Millionen Dollar bei Sotheby's in New York unter den Hammer, gekauft von einem anonymen Anrufer. Davon kassierte das Aktionshaus selbst knapp 7 Millionen an Gebühren.

Gelohnt haben dürfte sich das auch für Thomas Heitkamp und seine Firma „Theropoda Expeditions“, die „Gus“ ausbuddelten. Sie erhalten die 43 Millionen Dollar, abzüglich der Beteiligung, die sie dem Ranger Gary „Gus“ Licking zugesichert hatten, damit sie auf seinem Grundstück in Harding County graben durften. Persönlich profitiert der Viehzüchter davon nicht mehr, da er während der dreijährigen Grabungsarbeiten verstarb. Ihm zu Ehren trägt das T-Rex-Skelett nun seinen Spitznamen.

Ein wirklich gutes Geschäft also, an dem immer mehr kommerzielle Schatzsucher-Unternehmen teilhaben wollen. Die Hell Creek Formation in South Dakota und der Umgebung ist dabei eines der Haupteinsatzorte. In der Kreidezeit war die Region ein flaches Sumpfland mit vielen Flüssen. Dinosaurier, die hier lebten und starben, wurden entsprechend schnell von Sandsedimenten bedeckt und entsprechend vor Verwesung geschützt. Schatzsucher brauchen allerdings die Genehmigung von Grundstücksbesitzern, auf öffentlichen Flächen darf in den USA nicht einfach gegraben werden.

„Außergewöhnlich gut erhalten“

Was „Gus“ für Dinosammler wohl so besonders macht, ist, dass er „außergewöhnlich gut erhalten“ ist, wie es bei Sotheby's hieß. Er besteht aus 183 Knochen, womit ein T-Rex zu 61 Prozent komplett ist. So wie man es im Auktionshaus an der aufgeständerten Form sehen konnte, soll er vier Meter hoch und 12 Meter lang gewesen sein. Die Füße, das Becken, die kleinen Arme – alles vorhanden. Der Schädel weist sogar Bissspuren von einem Kampf auf (oder von Artgenossen, die den Kadaver verspeisen wollten)

Für das normale Wohnzimmer taugt das kaum, für öffentliche Museen und Forschungseinrichtungen leider auch nicht mehr. Sie können bei den Preisen, die für „Gus“ oder 2024 für den Stegosaurus „Apex“ (44,6 Millionen Dollar) verlangt werden, nicht mehr mithalten. Untersuchungen, warum diese riesigen Kreaturen durch eine Veränderung der Umwelt auf einen Schlag ausstarben, werden dadurch immer schwerer möglich. Dabei wäre das in diesen apokalyptischen Zeiten, Stichwort Klimawandel, womöglich hilfreich.

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