Rekord an Corona-Neuinfektionen: Hoffnung hat sich nicht erfüllt
Sechs Wochen nach Teillockdown-Beginn erreichen die Corona-Neuinfektionen einen Höchststand. Pro Tag sterben nun im Schnitt über 400 Menschen.
Besonders dramatisch ist die Lage weiterhin in Sachsen, wo die Fallzahl bezogen auf die Bevölkerung mehr als doppelt so hoch ist wie im Bundesdurchschnitt. Doch auch in den meisten anderen Bundesländern gab es in den letzten Tagen wieder leicht steigende Werte.
Dramatisch entwickelt sich weiterhin die Zahl der täglich gemeldeten Coronatoten: Am Mittwoch wurde mit 590 Toten der bisher höchste Wert gemeldet. Der 7-Tage-Mittelwert stieg damit auf 401 Menschen, die täglich im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion versterben. Das sind etwa 20 Prozent mehr als eine Woche zuvor – und weitaus mehr als während der ersten Coronawelle im Frühjahr, während der in Deutschland im 7-Tage-Schnitt maximal 233 Tote pro Tag gemeldet wurden.
Dass die Zahl der Toten weiterhin so stark steigt, obwohl die gemeldeten Neuinfektionen derzeit nur geringfügig höher liegen als vor drei Wochen, liegt daran, dass die Infektionsrate gerade bei älteren Menschen weiter steigt: In allen Altersgruppen über 70 Jahre, in denen die Sterblichkeit nach einer Corona-Infektion besonders hoch ist, sind die Zahlen in den letzten Wochen stark gestiegen; bei den über 90-Jährigen ist die Inzidenz sogar mehr als dreimal so hoch wie im Durchschnitt.
Zudem deutet der deutlich gestiegene Anteil positiver Ergebnisse bei den durchgeführten Coronatests darauf hin, dass die Dunkelziffer bei den Infektionen weiter zunimmt.
Auch auf den Intensivstationen nimmt die Zahl der Coronapatient*innen darum weiter zu, allerdings deutlich langsamer als vor einem Monat. Im Bundesschnitt sind derzeit noch weniger als 20 Prozent der Intensivbetten mit Coronapatient*innen belegt. In Sachsen sind es allerdings bereits knapp 30 Prozent und in einzelnen Kreisen rund 60 Prozent.
Mit reinem Gewissen wissen
Auf taz.de finden Sie eine unabhängige, progressive Stimme. Frei zugänglich, ermöglicht von unserer Community. Alle Informationen auf unserer Webseite sind kostenlos verfügbar. Wer es sich aber leisten kann, darf – ganz im Zeichen des heutigen "Tags des guten Gewissens" – einen kleinen Beitrag leisten. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert
Koalitionsverhandlungen
Der SPD scheint zu dämmern: Sie ist auf Merz reingefallen
Parkinson durch Pestizide
Bauernverband gegen mehr Hilfe für erkrankte Bauern
Iranische Aktivistin über Asyl
„Das Bamf interessiert wirklich nur, ob du stirbst“
Von Frankreich lernen
Wie man Rechtsextreme stoppt
Anlegen nach dem Crash
Ruhe bewahren oder umschichten
Verkehrsminister wollen Kostensenkung
Luxusgut Führerschein