Rechtsruck in Südamerika : Kehrt die Politik der 70er Jahre nach Südamerika zurück?
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Chile rückt nach rechts, die USA drohen Venezuela. Der Bundestalk ordnet ein, wie sehr Südamerika politisch unter Druck gerät.
In Chile hat der rechte José Antonio Kast die Wahl gewonnen, in Argentinien regiert Javier Milei, in El Salvador setzt Nayib Bukele auf autoritäre Sicherheitspolitik. Zugleich verschärfen die USA unter Donald Trump den Ton gegenüber Venezuela – bis hin zu militärischen Drohkulissen, Aktionen auf See und dem offenen Nachdenken über „Regime Change“.
Im Bundestalk diskutiert Stefan Reinecke mit Bernd Pickert, Wolf-Dieter Vogel und Sophia Boddenberg, ob Lateinamerika gerade tatsächlich nach rechts kippt und wie gefährlich dieser Trend ist. Die Runde fragt, warum rechte (und rechtsradikale) Kandidaten in Ländern wie Chile punkten: mit dem Versprechen von Ordnung, mit dem Thema Migration, mit Angst vor Kriminalität und mit dem Versagen linker Regierungen, spürbare Verbesserungen im Alltag zu liefern.
Aus Chile berichtet Sophia Boddenberg über Kast und seine politische Biografie, über das lange Nachwirken der Pinochet-Diktatur und darüber, warum die Linke nach der großen Aufbruchsstimmung rund um Gabriel Boric so stark an Zustimmung verloren hat. Bernd Pickert und Wolf-Dieter Vogel ordnen die Rolle der USA ein: Was steckt hinter der Eskalation gegenüber Venezuela – Anti-Drogen-Politik, Einschüchterung, Ölinteressen, geopolitischer Wettbewerb mit China? Und wie realistisch ist eine Rückkehr zur alten „Hinterhof“-Politik?
Auch Gegenbeispiele kommen vor: Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum zeigt, dass sich Trumps Drohungen rational begegnen lässt – und dass Sozialpolitik politische Stimmungen drehen kann. Am Ende bleibt die große Frage: Wird Lateinamerika erneut zum Schauplatz einer harten Machtpolitik oder entstehen gerade neue Spielräume zwischen USA, China und Europa?
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
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