Ramadan während der Pandemie: Fasten zwischen Koran und Corona

Am Donnerstag beginnt der Fastenmonat Ramadan. Wegen Corona wird vieles anders sein als sonst. Wie sich Ägyptens Hauptstadt Kairo darauf vorbereitet.

Eine Frau hängt Wäsche vor ihrem Fenster aus, in den Straßen flattern bunte Bänder.

Die Deko flattert in den Straßen, die Leute feiern daheim Foto: dpa

Es wirkt ein wenig unwirklich, wenn das dutzendfache Echo der Muezzine zum Abendgebet durch die Straßen Kairos hallt. Denn zwei Dinge sind anders als sonst. Auf den Straßen der 20-Millionen-Einwohner-Stadt, sonst voller Leben, Verkehrslärm und hysterischer Hupgeräusche, herrscht eine gespenstische Stille. Und der Gebetsruf hat am Ende einen wichtigen neuen Zusatz: Statt „kommt zum Gebet“ schallt von den Minaretten die Forderung: „Betet zu Hause.“

Von acht Uhr abends bis sechs Uhr morgens herrscht in Ägypten seit mehr als drei Wochen eine nächtliche Corona-Ausgangssperre. Und das mit dem neue Gebetsruf habe es in der islamischen Geschichte bereits schon einmal gegeben, erklärt Scheich Nazir Ayad, Chef des Forschungsrats der Islamischen Al-Azhar-Universität Kairo, einer der wichtigsten Rechtsautoritäten im sunnitischen Islam weltweit.

„Diesen Gebetsruf haben wir nicht neu erfunden. Es gibt Äußerungen des Propheten Mohammed selbst, in denen er den Menschen rät, sich während einer Epidemie nicht von einem Ort zum anderen zu bewegen.“ Seit Jahrhunderten gebe es diese Möglichkeit, blickt Scheich Ayad zurück.

Normalerweise ist dieser Monat für die Muslime nicht nur eine spirituelle Zeit der Besinnung und des Fastens von Sonnenaufgang bis Untergang. Es ist auch eine einmonatige glitzernde Festlichkeit, in der die Straßen mit den farbigen Fanous, den Ramadan-Laternen, leuchten und in der in den letzten Jahren zunehmend bunte Lichterketten made in China wild vor sich hinblinkten.

Tagsüber herrscht in Kairo reger Normalbetrieb

Was für die Christen das Weihnachtsfest, ist für die Muslime der Ramadan. Es gibt besondere Veranstaltungen, Konzerte und spezielle Süßigkeiten. Und weil tagsüber gefastet wird, wird im Ramadan in Kairo die Nacht zum Tag, wird nach Sonnenuntergang nicht nur gebetet, sondern auch gefeiert.

Fastenmonat: Der Ramadan beginnt dieses Jahr voraussichtlich am 23. April und endet am 23. Mai. Gläubige Muslime essen und trinken dann erst nach Sonnenuntergang. Das Fasten ist eine der fünf Säulen des Islam, neben Glaubensbekenntnis, Gebet, Almosensteuer und der Pilgerfahrt nach Mekka.

Corona in Ägypten: Das Land ist eines der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder Afrikas. Derzeit sind nach offiziellen Angaben etwas über 3.000 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. 239 sind verstorben.

Die Ausgangssperre wird fast all dem dieses Jahr Einhalt gebieten. Aber sie gilt bisher nur nachts. Tagsüber herrscht in Kairo immer noch ein reger Normalbetrieb. Üblich ist, dass man sich beim Brechen des Fastens bei Sonnenuntergang gegenseitig besucht, in der Familie und unter Freunden oder Kollegen. Das wäre dann die Primetime für die Ausbreitung des Corona-Virus.

Noch ist nicht klar, welchen Plan die ägyptischen Behörden haben, dies zu verhindern. Bisher gilt die Ausgangssperre erst ab 8 Uhr abends, also gut eineinhalb Stunden nach dem Fastenbrechen.

Doch für gläubige Muslime geht es im Ramadan nicht nur um festliche Familienzusammenkünfte, sondern auch um eine Monat der Besinnung und der Gebete. Zentral sind für viele dabei die kollektiven sogenannten Tarawih-Gebete, zu denen sie sich in den Ramadan-Nächten in den Moscheen treffen. Dort wird dann normalerweise jede Nacht im Ramadan über eine Stunde lang der Koran rezitiert. Für viele ein wichtiges spirituelles Ritual.

Ein medizinisches Thema

Aber diesmal sind Moscheen, ebenso wie die Kirchen in Ägypten, wie in den arabischen Nachbarstaaten wegen des Corona-Ausbruchs geschlossen, um religiöse Ansammlungen zu verhindern. „Wenn wir eine Pandemie haben und die Experten in ihren Berichten sagen, dass große Versammlungen und Veranstaltungen eine große Gefahr für Menschen darstellen, dann müssen wir klar sagen, dass die Gesundheit der Menschen Vorrang vor der Einhaltung der religiösen Gebote hat“, referiert Scheich Ayad die Position der Al-Azhar.

„Da nun Versammlungen das Ansteckungsrisiko erhöhen, gibt es aus religiöser Sicht keine Einwände dagegen, dass die Moscheen geschlossen sind“, fügt er hinzu.

Das zentrale Thema des Ramadan bleibt aber das Fasten selbst. Scheich Ayad gehört einem Komitee aus islamischen Rechtsgelehrten und Ärzten an, das in Corona-Zeiten feststellen soll, ob das Fasten im Ramadan, das neben dem Glaubensbekenntnis, dem Gebet, der Almosensteuer und der Pilgerfahrt nach Mekka als eine der fünf Säulen des Islam gilt, während eine Epidemie ausgesetzt werden kann.

„Da das in erster Linie ein Thema der Medizin ist, haben wir uns mit einer Reihe von Experten auf dem Gebiet beraten, also Ärzten aus verschiedenen Bereichen sowie Vertretern der Weltgesundheitsorganisation WHO“, erzählt er. „Es gibt bislang keine wissenschaftlichen und medizinischen Belege dafür, dass das Fasten im Ramadan in Zeiten des Coronavirus schädlich ist“, lautet die Schlussfolgerung dieser Beratung.

Keine „Gnadentische“

Er betont auch, dass etwa Schwangere oder kranke Menschen ohnehin vom Fasten ausgenommen seien. Das würde auch für jemanden gelten, bei dem das Coronavirus zu einer schweren Erkrankung führt. Auch da sei dann die Meinung des behandelnden Arztes entscheidend.

Bei einer anderen Ramadan-Tradition hat der ägyptische Staat, unterstützt von den Scheichs, aber ein klares Verbot ausgesprochen. Normalerweise gibt es an vielen Straßenecken in Kairo bei Sonnenuntergang Armenspeisungen, sogenannte „Gnadentische“. Finanziert von Geschäftsleuten, Schauspielern oder durch kollektive Spenden, werden lange Tafeln aufgestellt und wird das Mahl zum Fastenbrechen serviert.

Damit soll sichergestellt werden, dass alle mit einem angemessenen Iftar, also gewissermaßen dem Ramadan-Frühstück versorgt sind. Diese „Gnadentische“ müssen dieses Jahr laut Anweisung des Religionsministeriums in Kairo ebenfalls ausfallen. Zu groß wäre hier die Ansteckungsgefahr.

Der Rentner Gamil Banajuti ist in der ganzen Nachbarschaft im Kairoer Viertel Shoubra bekannt. Seit drei Jahrzehnten richtet er mit Hilfe privater Spenden diese Tafeln aus. Dort wurden letztes Jahr jeden Tag Mahlzeiten für 400 Menschen zubereitet. Die kleine Gasse vor seinem Haus war damals mit Zeltplanen abgeriegelt, hinter denen mehrere Reihen von Tischen aufgestellt waren.

Alternative: Lebensmittelpakete

Doch dieses Jahr wird er die Straße vor seinem Haus nicht in eine Wohltätigkeitsveranstaltung verwandeln. Der Ort wird auch im Ramadan das bleiben, was er sonst ist: eine von tausend stinknormalen Gassen in Kairo mit parkenden Autos statt Speisetischen.

In einem leeren Laden in der Gasse, wo letztes Jahr die Ramadan-Küche eingerichtet war und die Töpfe mit Fleisch, Bohnen und Reis vor sich hindampften und eifrig gerührt und serviert wurde und wo die Menschen für ihr Fastenmal anstanden – dort ist die Laden-Jalousie heruntergelassen.

Das Vorhängeschloss wird Banajuti dieses Jahr zu Ramadan-Anfang, voraussichtlich am Donnerstag, nicht aufschließen. „Wir tragen alle Verantwortung für die Gesundheit der anderen. Wenn wir jetzt im Ramadan jeden Tag kochen würden, dann würden in der Küche die Menschen eng zusammenstehen und arbeiten. Das wäre in Zeiten der Epidemie nicht gut“, stimmt Banajuti dem Beschluss des Religionsministeriums zu.

Um die mittellosen Fastenden in seinem Viertel nicht im Stich zu lassen, hat sich der 73-Jährige stattdessen für dieses Jahr etwas Neues ausgedacht. Er werde zweimal im Ramadan Lebensmittelpakete verteilen, am Anfang und in der Mitte des Monats, erzählt er. Dort drin seien zwei Kilo Reis, ein Kilo Zucker, getrocknete Bohnen und Kartoffeln, eine Flasche Speiseöl und eine Packung Salz, zählt er auf. „Diesmal müssen die Menschen halt zu Hause selber kochen“, fasst er seinen Plan zusammen.

Vor Corona sind alle gleich

Bei seinem Eifer und Pflichtbewusstsein, seine ärmeren muslimischen Mitbürger und Nachbarn im Ramadan zu versorgen, kommt man erst gar nicht darauf, dass Banajuti eigentlich der Minderheit der Kopten Ägypten angehört. Der fromme Christ glaubt fest an die religiöse Einheit zum Schutz des jahrtausendealten Nillandes auch in Zeiten der Corona-Epidemie.

„Die Ägypter haben von Natur aus ein starkes Immunsystem, das hilft, solange es kein Mittel gegen Corona gibt. Gott wird dieses Land immer beschützen“, ist er überzeugt. „Ägypten wurde schließlich in der Bibel und im Koran erwähnt“.

Was für die Deutschen und Österreicher das Vertrauen in ihr Gesundheitssystem ist, ist für die Ägypter, die auf Derartiges nicht zählen können, ihr Vertrauen in Gott. Dass sein eigenes orthodoxes Ostern ebenso wie der bevorstehende Ramadan nicht kollektiv gefeiert werden kann, trägt er mit Fassung. „Das ist alles Gottes Wille. Irgendwann, in einem Jahr wird das Ganze wieder vorbei sein und dann kommen wir alle wieder zusammen und feiern Ostern und Ramadan.“

Bis es so weit ist, beten jetzt in Ägypten erst einmal alle zu Hause, egal ob Christen oder Muslime. Insofern hat das Coronavirus zumindest für eines gesorgt: Alle Religionsgemeinschaften teilen das gleiche Schicksal. Vor dem Coronavirus sind sie alle gleich.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. In den vergangenen Monaten beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Ab wann Spiele wieder vor Publikum stattfinden, ist noch nicht klar.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben