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RBB-Wahlarena„Das schauen wir dann nach dem Sonntagabend“

SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach lässt in der TV-Runde die Koalitionsfrage offen. Der Grüne Werner Graf hingegen spricht sich für ein Linksbündnis aus.

Es bleiben noch knapp 105 Minuten Sendezeit, als die letztlich entscheidende Frage bei der Wahlarena des RBB kommt: Wer denn eigentlich mit wem koalieren will? Dabei benennt einzig Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf eine Koalition mit ausreichender Mehrheit, nämlich ein Bündnis mit Linkspartei und SPD. Die Spitzenleute von Linkspartei und SPD hingegen, Elif Eralp und Steffen Krach, nennen jeweils als Wunschpartner allein die Grünen. Auf eine allerletzte RBB-Nachfrage, ob er nun mit Eralps Partei oder der CDU koalieren wolle, sagt Krach: „Das schauen wir dann nach dem Sonntagabend (dem Wahlabend; d. taz).“

Diese Variante des „Schau'n mer mal“ der verstorbenen Fußballgröße Franz Beckenbauer dürfte nach diesem Abend nicht leichter werden, an dem Krach Eralp als „Friedrich Merz des Berliner Wahlkampfs“ bezeichnete. Aus seiner Sicht macht Eralp wie Merz im Bundestagswahlkampf 2025 absehbar unbezahlbare Versprechungen. Erneut wandte sich Krach gegen die Enteignung großer Wohnungseigentümer und argumentierte vor allem mit den Kosten für die nötige Entschädigung. „Wo würden denn 30 Milliarden herkommen?“, fragte er Eralp.

Eralp hatte am Montag in einem Interview von 8 bis 18 Milliarden Euro gesprochen. Die niedrigere Summe mit Entschädigung unter Verkehrswert – das, was ein Verkauf auf dem freien Markt bringen würde – soll durch den Weg der Vergesellschaftung möglich sein. SPDler Krach verwies in der Begriffsdebatte – Vergesellschaftung oder Enteignung – auf Eralps Parteifreund Gregor Gysi, der ja auch Jurist sei. Der habe gesagt: „Egal ob Vergesellschaftung oder Enteignung, es kostet gleich viel.“

In der Wahlarena waren es vorrangig Zuschauer, die Fragen stellen konnten. Die deckten das übliche Spektrum der auch anderswo meist diskutierten Themen ab, von Mieten, Wohnungsnot, Sicherheit bis hin zu verlässlicher Kita-Betreuung und Obdachlosigkeit. Souverän moderierten die RBB-Journalisten dabei Fragen mit beleidigendem Charakter ab. Als ein Zuschauer anhob, die Kandidaten von CDU und SPD als Ersatzspieler und Krachmacher zu verunglimpfen, nahm ihm die Moderatorin das Mikro ab und eilte zum nächsten Fragesteller.

Das BSW in der AfD-Rolle

Im Vergleich zu ähnlichen Runden in früheren Wahlkämpfen fiel auf: Die früher der AfD zufallende Außenseiterrolle – gekennzeichnet durch krasseres Auftreten oder besonders kritische Zuwendung durch die Modration – nahm nun das BSW ein. Für die war nicht Abgeordnetenhausmitglied Alexander King, sondern sein weniger bekannter Co-Spitzenkandidat Michael Lüders vertreten. Der versuchte mehrfach, seine Antworten auf internationale Themen auszuweiten.

Moderator Sascha Hingst sprach ihn auf einen Pro-Palästina-Anstecker in Form einer Melone an und fragte, ob Lüders damit das Existenzrecht Israels infrage stelle. Die Antwort des BSW-Mannes darauf fiel unklar aus.

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2 Kommentare

  • Christine_Winterabend

    Soll ich jetzt glauben, dass hierzu 24 Stunen lang keine Meinung eingegangen ist?

    • rero

      @Christine_Winterabend:

      Die Frage ist nicht unberechtigt.