Profi-Fußball in der Coronakrise: Trainingsball rollt wieder

Während nun auch die Profi-Fußballer von Werder Bremen wieder trainieren dürfen, wurde der VfL Wolfsburg wegen der Übungseinheiten angezeigt.

Wiese, dhinter Werder-Stadion mit vier Flutlicht-Masten

In kleinen Gruppen dürfen die Werder-Profis jetzt wieder über den Trainingsplatz laufen Foto: Imago/nordphoto

HAMBURG taz | Seit Dienstag trainieren die Profi-Fußballer von Werder Bremen wieder. Als eines der letzten Profi-Teams und unter den strengen Auflagen. Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) genehmigte am Montag ein Training in Gruppen bis zu vier Personen, um dem Recht auf Berufsausübung“ gerecht zu werden. Der Auflagenkatalog umfasst 16 Einzelpunkte vom präventiven Eingangsscreening über den Mindestabstand von 1,5 Meter bis zum Verbot, die Trainingszeiten zu veröffentlichen. Duschen müssen die Spieler zu Hause.

Trotz der Auflagen ist Werder-Geschäftsführer Frank Baumann „aus sportlicher Sicht“ zufrieden mit der Lösung. Ein paar Tage zuvor sah er Werder noch „öffentlich bloßgestellt“, da Mäurer Werders Antrag auf Genehmigung eines eingeschränkten Trainingsbetriebs mit den Worten „Das ist kein gutes Signal an die Republik“ kritisiert hatte.

Werder befindet sich seit längeren in den Mühlsteinen des Konfliktes, den Mäurer mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) austrägt. Das Klima ist vergiftet, seit Bremen als einziges Bundesland die Kosten für Polizeieinsätze bei Risikospielen der DFL in Rechnung stellt, die die Gebührenbescheide dann an Werder weiterreicht.

Beim Bundesliga-Spieltag Mitte März, der ohne Zuschauer geplant war, preschte Mäurer mit einem Verbot des Werder-Heimspieles vor, bevor die DFL den Spieltag ganz absagte. Während die DFL offenbar daran arbeitet, die Saison ab Mitte Mai mit sogenannten Geisterspielen ohne Zuschauer fortzusetzen, hat Mäurer „große Zweifel“, dass es dazu kommt.

Ausweichspielorte im Gespräch

Alle Beteiligten betonen zwar die Notwendigkeit einer bundeseinheitlichen Regelung, in der Presse wird aber schon über mögliche Ausweichspielorte für Werder spekuliert, falls überall Geisterspiele erlaubt würden, nur in Bremen nicht. Von Wolfsburg oder gar Hamburg ist da die Rede.

Seit Anfang der Woche dürfen sich beim HSV und beim FC St. Pauli bis zu sieben Spieler gleichzeitig den Ball zuschieben, bei Hannover 96 ist die Zahl wie in Bremen auf vier begrenzt. Der VFL Wolfsburg trainiert bereits seit dem 23. März wieder in Kleingruppen. Abstands- und Hygieneregeln ähneln überall denen in Bremen.

VfL Wolfsburg angezeigt

Ärger droht in Wolfsburg von anderer Seite: Ein anonymer Anzeigensteller bezweifelt, ob es sich beim Training des VfL um die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit handelt, da der Spielbetrieb ruhe. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die DFL will am 17. April über die Fortsetzung des Spielbetriebs beraten.

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