Presseschau Deutschland - Portugal

Ein „Bad der Demütigung“

Es ist die bislang höchste WM-Niederlage der Seleção das Quinas. Portugals Medien reagieren unterschiedlich auf das 0:4-Debakel gegen Deutschland.

Pepe (l.) plaudert mit Thomas Müller – und fliegt dann vom Platz. Bild: dpa

Die Mannschaft um Weltfußballer Cristiano Ronaldo ist im Auftaktspiel der Gruppe G gegen die Deutschen mit 0:4 untergegangen. Die portugiesischen Zeitungen finden klare Worte: Der Lissaboner Correio da Manhã räumt „Eine demütigende Niederlage“ der Seleção das Quinas ein, sieht die Schuld aber auch bei anderen: „Schiedsrichterleistung auf niedrigem Niveau half dabei Portugal zu versenken“.

Das Jornal de Notícias aus Porto mischt der gestrigen Partie gar politische Bedeutung bei und titelt „Der Troika nichts entgegenzusetzen“. Und weiter: „Kindische Fehler, wenig Ronaldo und der Rausschmiss von Pepe brachten Merkel zum erbeben“.

Die Lissaboner Tageszeitung metro versinkt in Selbstmitleid. Ein „Bad der Demütigung“ sei das Spiel gegen Deutschland gewesen und Portugal mit dem linken Fuß gegen ein mächtiges Deutschland gestartet. „Das Spiel in der Arena Fonte Nova kann man vergessen, Coentrão und Almeida fallen verletzt aus. Jetzt gibt es keinen Spielraum mehr in der Aufstellung“.

Beißender Sarkasmus dafür auf der Titelseite der Sportzeitung O Jogo, die in Porto erscheint. „Schöner Service“ steht in großen, gelben Lettern über dem Foto eines zerknirschten Ronaldo. Und weiter: „So gefällt uns die Seleção: Jetzt beschweren sie sich über den Schiedsrichter und bemühen Vorurteile“.

Die Lissaboner Fußballzeitung A Bola titelt über dem Foto von Pepes Kopfnuss gegen Müller „Weder Kopf noch Fuß“, freier übersetzt etwa: „Ohne Sinn und Verstand“. Einzig der täglich erscheinende Diário de Notícias (Lissabon) geht in seiner Titelzeile voll auf Ronaldos Entzauberung ein: „Ein gefallener Stern“. Ab er er geht, blickt nach vorne und macht einen auf Homestory: „Wie erholt sich ein Team nach dieser Torwelle?“

Die brasilianische Zeitung Fohha de S.Paolo fasst zusammen: „Thomas Müller wird Torschützenkönig und Cristiano Ronaldo wird ausgebuht.“ Gut dazu passt, dass sich das Hashtag #FOURtugal auf Twitter großer Beliebtheit erfreut.

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