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Präsidentschaftswahl in PeruRichter geht gegen linken Kandidaten vor

Kurz vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in dem Andenland wird ein Prozess gegen Roberto Sánchez angeordnet. Ihm drohen über fünf Jahre Haft.

afp/taz | Zwei Tage vor der Präsidentschafts-Stichwahl in Peru hat ein Richter einen Prozess gegen den linken Kandidaten Roberto Sánchez wegen angeblicher falscher Angaben zur Finanzierung seiner Partei angeordnet. Es gebe „hinreichende Verdachtsmomente“ für einen Prozess, erklärte am Freitag (Ortszeit) Richter Adolfo Farfán.

In Peru steht am Sonntag die Stichwahl um das Präsidentenamt an, für die sich Sánchez und die rechtsgerichtete Diktatorentochter Keiko Fujimori qualifiziert haben. Sánchez möchte die staatliche Kontrolle über die Rohstoffe zurückgewinnen, höhere Unternehmensteuern und eine neue Verfassung schreiben lassen. Umfragen deuteten auf ein knappes Rennen hin.

Die richterliche Anordnung dürfte keinen Einfluss auf das Stattfinden der Wahl am Sonntag haben. Sánchez hat noch eine Woche Zeit, um Einspruch einzulegen. Sollte er die Präsidentschaftswahl gewinnen, würde der linksgerichtete Kandidat gemäß der peruanischen Verfassung Immunität genießen.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und vier Monaten für Sánchez gefordert und zeigte sich „zufrieden mit der Entscheidung“. Sánchez wird vorgeworfen, der Wahlbehörde falsche Angaben zu Finanzbeiträgen an seine Partei Juntos por el Perú zwischen 2018 und 2020 gemacht zu haben. Er wies die Vorwürfe zurück und erklärte, seit Jahren werde versucht, ihn politisch zu diskreditieren.

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