Polizeipräsident - oder doch nicht?: Körting hängt an Hansen
Der Innensenator will sich seinen Kandidaten für das Amt des Polizeipräsidenten nicht vom Gericht stoppen lassen.
In der Behörde von Innensenator Ehrhart Körting (SPD) neigt man offenbar dazu, in Sachen Polizeipräsident beim Oberverwaltungsgericht Beschwerde einzureichen. "Die Tendenz geht in diese Richtung", sagte Körting-Sprecherin Nicola Rothermel-Paris der taz. Eine Entscheidung steht allerdings noch aus, ein Anwalt prüfe die Sache noch.
Das Verwaltungsgericht hatte am Dienstag die Neubesetzung des seit Mai vakanten Chefpostens gestoppt. Die SPD hatte zwei Wochen zuvor im Senat ihren Favoriten Udo Hansen gegen die Linkspartei durchgesetzt, ihn aber noch nicht offiziell ernannt. Die 5. Kammer des Gericht hatte kritisiert, dass die Innenverwaltung Verfahrensvorgaben nicht eingehalten habe. Die Behörde habe sich allein an der Besoldungsstufe der Bewerber orientiert, statt Auswahlgespräche zu führen.
Die SPD hatte ihre Haltung unter anderem auf eine gegenteilige Entscheidung der 7. Kammer desselben Gerichts gestützt: für die war die Besoldungsstufe die entscheidende Größe bei der Stellenbesetzung.
Ein Entscheid des Oberverwaltungsgericht würde aus dem Dilemma widersprüchlicher Vorgaben führen und wäre eine Orientierungshilfe für künftige Bewerbungsverfahren.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert