Politiker reagieren auf Orlando-Attacke: Trump nutzt die Angst
Der Kandidat der Republikaner sieht sich bestätigt. Hillary Clinton warnt vor Vorverurteilung. Und Obama spricht von einem Angriff auf uns alle.
Der Tweet von Donald Trump klingt wie eine Drohung: „Was in Orlando geschah, ist erst der Anfang. Unsere Führung ist schwach und ineffektiv.“ Er habe gewarnt und ein Einreiseverbot für Muslime gefordert. „Müssen hart sein.“
Der künftige republikanische Präsidentschaftskandidat hat nicht lange gebraucht, um den Anschlag von Orlando in politische Währung umzusetzen – und diese Währung ist Angst. „Ich habe es gesagt, dass das passieren werde“, erklärte Trump später, „und es wird noch schlimmer.“
Sollte Hillary Clinton, seine voraussichtliche Konkurrentin ums Weiße Haus, die Wahl gewinnen, dann würden „Hunderttausende“ weitere Migranten aus dem Mittleren Osten ins Land kommen. Und niemand könne Amerika davor schützen, dass mit ihnen der Terror ins Land einwandere. Er forderte den Rücktritt von US-Präsident Barack Obama, weil dieser nicht vom „radikalen Islam“ spreche.
Abgesehen von Trump war nach dem Anschlag in Orlando noch so etwas wie politische Schockstarre zu bemerken. Welchen Einfluss die Morde im Queer-Club auf den Wahlkampf haben werden, war zunächst noch nicht klar.
Clinton fordert strengere Waffengesetze
Dass Donald Trump das Massaker für seine offen rassistische und antimuslimische Demagogie nutzen wird, ist aber absehbar. Schon im Dezember hatte Trump ein Einreiseverbot für Muslime in die USA gefordert, nachdem ein radikalisiertes Paar in San Bernardino, Kalifornien, 14 Menschen erschossen und 21 verletzt hatte. Für Montagabend kündigte er eine Rede zu dem Anschlag und der Gefahr des Islamismus in den USA an.
Solidarität mit LGBT nach dem Anschlag von Orlando
Auf Trumps politische Angriffe gingen weder Hillary Clinton noch Barack Obama ein. Nur eine Clinton-Sprecherin nannte Trumps Äußerungen „seichte Platitüden“. Trump hatte sich in seinem Twitter-Feed dafür bedankt, dass man ihn beglückwünschte, weil er schon vorher gewarnt und das Einreiseverbot gefordert hatte.
Ansonsten hielt sich Clinton noch deutlich mit Kommentaren zurück. Sie forderte strengere Waffengesetze und warnte vor Vorverurteilungen. Auch sie wollte am späteren Montag noch bei einer Wahlkampfveranstaltung auftreten.
Barack Obama sprach in einer Rede zuallererst von den Opfern. „Dies ist ein herzzerreißender Tag für unsere Freunde – unsere amerikanischen Landsleute –, die lesbisch sind oder schwul, bisexuell oder Transgender.“ Obama tritt seit Jahren für die Gleichberechtigung aller Lebensweisen und gegen Diskriminierung ein. Der Angriff erinnere daran, dass „Attacken auf jeden Amerikaner“, unabhängig seiner Herkunft und Lebensweise, „ein Angriff auf uns alle ist“.
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