Pharmakonzerne gegen Corona: Das Rennen um den Impfstoff

Das Bundesministerium für Forschung will mehr Geld für die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs ausgeben. Drei Unternehmen stehen in Konkurrenz.

Eine blau behandschuhte Hand hält eine IMpfspritze an einen Arm

Der Impfstoff gegen Corona kommt wohl erst im Sommer Foto: Christoph Schmidt/dpa

Das Forschungsministerium und die führenden deutschen Impfstoffhersteller machen einerseits Hoffnung auf einen wirksamen Schutz vor Corona, dämpfen aber Erwartungen an einen schnellen Praxiseinsatz. „Nächsten Sommer kann es so weit sein“, sagte Ministerin Anja Karliczek am Donnerstag bei der Vorstellung des aktuellen Zwischenstands. Sie sagte dem Unternehmen IDT Biologika im selben Zug 114 Millionen Euro an Hilfen für Entwicklung, Prüfung und Produktion der Corona-Impfung zu. „Mit unserer Förderung wollen wir die Unternehmen in die Lage versetzen, die Forschung breiter aufzustellen, damit sie die Impfstoffkandidaten möglichst umfangreich und schnell prüfen können.“ Die zwei Wettbewerber Curevac und Biontech haben bereits Fördergeld erhalten.

Die drei Impfstoffhersteller befinden sich an unterschiedlichen Punkten in der Entwicklung und Erprobung, doch keiner will sich auf einen definitiven Termin für die Einsatzfähigkeit des Wirkstoffs festlegen. „Wann es eine Zulassung gibt, hängt von den Behörden und vor allem von der Datenlage nach den klinischen Studien ab“, sagt Sierk Poetting, Finanzvorstand von Biontech aus Mainz. Biontech liegt mit Tests an bisher 37.000 Menschen in der Erprobung weit vorn und hat auch bereits das europäische Zulassungsverfahren begonnen.

Bisher sehen die Ergebnisse vielversprechend aus, sagt Poet­ting. Die Testpersonen zeigten eine starke Immunantwort. Dennoch warnt Poetting vor übertriebener Euphorie und überzogenen Forderungen an die Impfstoffhersteller. „Wir arbeiten so schnell es geht, aber wir beachten auch ethische und wissenschaftliche Prinzipien.“ Das Unternehmen produziert den Wirkstoff aber bereits auf Vorrat, um im Fall einer schnellen Zulassung – beispielsweise zum Jahreswechsel – gleich mit der Auslieferung beginnen zu können.

IDT Biologika aus Dessau ist derzeit Schlusslicht unter den deutschen Teilnehmern am Impfstoffrennen. Das Unternehmen rechnet mit einem fertigen zugelassenen Wirkstoff erst Ende 2021. Es beginnt in diesen Tagen erst mit Phase 1 der Prüfung an wenigen Testpersonen.

Im Mittelfeld bewegt sich Curevac aus Tübingen. Das Unternehmen startet gerade Phase 2 der Erprobung unter anderem in Panama. Phase 3 soll noch in diesem Jahr eingeleitet werden, sodass die Ergebnisse der Tests bis Mitte 2021 dokumentiert sind. Fotin-Mleczek erwartet eine Zulassung des Impfstoffs dann für das dritte Quartal, also ab Juli 2021.

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