: Pakistan will weitere Gespräche
Iran und USA sind laut Regierungskreisen zu weiteren Verhandlungen bereit. Verhandelt werden soll auch in Washington, wo Israel und Libanon zum ersten Mal seit Jahrzehnten direkt zusammenkommen
Pakistan will die USA und den Iran in den kommenden Tagen erneut an einen Tisch bringen. Eine zweite Verhandlungsrunde in Islamabad solle stattfinden, bevor die Waffenruhe im Irankrieg am 22. April ausläuft, sagten zwei Regierungsvertreter am Dienstag. Ein erstes Treffen der Delegationen beider Seiten am vergangenen Wochenende sei keine einmalige Angelegenheit gewesen, sondern Teil eines andauernden diplomatischen Prozesses.
Aus US-Regierungskreisen verlautete, dass die USA und der Iran vor dem Auslaufen der Waffenruhe neue direkte Gespräche in Erwägung zögen und diese am Donnerstag stattfinden könnten. Die Gespräche über eine neue Verhandlungsrunde seien noch im Gange, hieß es. Ein Diplomat eines der vermittelnden Länder im Konflikt zwischen den USA und Iran sagte hingegen, dass sich die beiden Seiten schon auf eine neue Verhandlungsrunde geeinigt hätten. Den Angaben zufolge war Islamabad als erneuter Veranstaltungsort im Gespräch. Zudem sei auch Genf eine Option, erklärten US-Regierungsvertreter.
US-Vizepräsident J. D. Vance sagte dem Sender Fox News, bei den Verhandlungen am Wochenende seien Fortschritte bezüglich der Forderung der USA erzielt worden, Atommaterial aus dem Iran zu entfernen und einen Mechanismus zu etablieren, damit Iran in Zukunft kein Uran anreichern könne. „Sie haben sich auf uns zubewegt“, sagte Vance.
Israel und Libanon wollten am Dienstag in Washington die ersten direkten diplomatischen Gespräche seit Jahrzehnten aufnehmen. An den Treffen wollten US-Außenminister Marco Rubio, der israelische Botschafter in den USA, Jechiel Leiter, und die libanesische Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, teilnehmen.
Die libanesische Regierung hofft, dass die Gespräche den Weg zu einem Ende der israelischen Angriffe ebnen werden. Iran hat ein Ende der Kriege im Libanon und in der Region zur Bedingung für Gespräche mit den USA gemacht. Der Libanon besteht allerdings darauf, für sich selbst zu sprechen. Die Hisbollah-Miliz und andere Kritiker sind skeptisch und glauben, dass die libanesische Regierung keinen Einfluss ausüben kann und sich auf die Seite Irans stellen sollte.
Derweil hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) eigenen Angaben zufolge mehr als 171 Tonnen Hilfsgüter nach Iran geschickt. Gestern seien die ersten fünf von insgesamt 14 entsandten IKRK-Lieferungen seit Kriegsbeginn angekommen, teilte die Hilfsorganisation mit. Sie sollen ausreichen, um den Bedarf von rund 25.000 Menschen zu decken. Zu den Lieferungen gehören unter anderem Decken, Küchensets, Hygienepakete und Solarlampen. Zudem brachte die Förderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) einen Konvoi mit medizinischen Hilfsgütern und Versorgungsmaterial aus der Türkei in das Land.(ap, dpa, taz)
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