piwik no script img

Olympische Winterspiele in RusslandProtest nur in der Zone

Während der Olympischen Winterspiele sollen Demos nach dem Willen der russischen Regierung nun doch erlaubt sein. Zumindest ein bisschen.

LAUSANNE rtr | Russland erlaubt während der Olympischen Winterspiele im Februar in Sotschi Demonstrationen – allerdings nur in dafür ausgewiesenen Zonen. Das teilte das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Dienstag in Lausanne mit.

Der deutsche IOC-Präsident Thomas Bach sagte, er begrüße Russlands Ankündigung. Die Gebiete, in denen Kundgebungen erlaubt seien, sollten in Sotschi liegen. Wie dort tatsächlich demonstriert werden könnte, ist freilich unklar, denn die Stadt am Schwarzen Meer wird aus Sicherheitsgründen – vor allem wegen der Nähe zum unruhigen Nordkaukasus – praktisch abgeriegelt sein.

Russland steht seit längerem wegen Missachtung von Menschenrechten international in der Kritik. Zuletzt entzündeten sich heftige Proteste an einem neuen Gesetz, das homosexuellenfeindlich ist.

So kündigte EU-Justizkommissarin Viviane Reding an, sie werde den Winterspielen fernbleiben, da Russland die Rechte von Minderheiten missachte. Auch Bundespräsident Joachim Gauck hatte am Wochenende erklärt, er werde nicht nach Sotschi reisen; er nannte dafür keine Gründe.

Allerdings sprach der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, von einer „tollen Geste der Unterstützung für alle, die in Russland für Bürgerrechte und Demokratie kämpfen“.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare