Ölpreis steigt: Allzeithoch an der Tanke
Der Ölpreis steigt weiter und damit werden auch Benzin und Diesel teurer. Das Bundeskartellamt prüft bereits den Markt.
Foto: Alain Jocard/AFP/dpa
Der Benzinpreis an den deutschen Tankstellen hat am Wochenende ein weiteres Allzeithoch erreicht. Der Liter Super E10 kostete am Sonntag im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,273 Euro, wie der ADAC in München am Montag angab. Der Preis für Diesel legte ebenfalls weiter zu; er erreichte demnach am Sonntag 2,404 Euro pro Liter. Am Weltmarkt stieg der Preis für Rohöl: Der Kurs für ein Fass der Nordseesorte Brent lag am Montagmorgen bei über 107 Dollar.
Seit Februar dieses Jahres sind die Öl- und Gasmengen auf dem Weltmarkt infolge des im Februar von den USA und Israel begonnenen Iran-Krieges deutlich verknappt. Zum einen greift Teheran regelmäßig US-Stützpunkte und Energieinfrastruktur in den mit den USA verbündeten Golfstaaten an. Überdies ist die für den Öl- und Gastransport wichtige Straße von Hormus faktisch blockiert.
Auch Russlands Krieg gegen die Ukraine wirkt sich auf die Energiemärkte aus. Mit der Meerenge Bab al-Mandab im Roten Meer steht zudem eine weitere wichtige Transportroute unter Druck: Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hatte am Freitag mitgeteilt, die Kontrolle über die Meerenge übernommen zu haben. Zudem schloss Saudi-Arabien, das im Jemen die gegen die Huthis kämpfenden Regierungstruppen unterstützt, vorübergehend die wichtige Ost-West-Pipeline nach Huthi-Drohnenangriffen.
Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums betonte, dass die Entwicklung im Nahen Osten „keine Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit mit Rohöl und Rohölprodukten“ habe. Deutschland bezieht demnach weder Öl noch Flüssigerdgas aus der Region, Engpässe seien daher nicht zu erwarten – wohl aber steigende Preise.
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) bekräftigte ihre Forderung nach einem Preisdeckel für Sprit. Die Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums zeigte sich hier skeptisch: „Einen Preisdeckel (…) zu beschließen, das ist nicht sehr leicht. Das bedarf sehr viel Voraussetzungen und muss nicht unbedingt positiv sein.“
Das Bundeskartellamt als Aufsichtsbehörde hatte in der vergangenen Woche erklärt, die Marktprüfung laufe auf Hochtouren. Es sei sehr aufwendig, Missbrauch tatsächlich festzustellen. (afp)
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