Niedrigwasser in der Donau: Einziges Atomkraftwerk von Rumänien wird abgeschaltet
Das rumänische AKW Cernavoda soll wegen Niedrigwasser heruntergefahren werden. Das Kraftwerk deckt ein Fünftel der Stromproduktion des Landes ab.
afp/taz | Wegen des historischen Pegeltiefstands der Donau soll das einzige Atomkraftwerk Rumäniens ab Donnerstag vollständig heruntergefahren werden. Reaktor 2 des Kraftwerks Cernavoda werde „im Hinblick auf die aktuellen hydrologischen Bedingungen kontrolliert heruntergefahren“, erklärte das Energieministerium am Mittwoch.
Ende Juli war bereits einer der beiden Reaktoren heruntergefahren worden. Das Atomkraftwerk benötigt das Wasser der Donau zum Kühlen. Ursprünglich sollte der zweite Reaktor ebenfalls vor rund zwei Wochen heruntergefahren werden. Doch unter anderem durch Ausbaggerungen konnte vorerst weiter Wasser aus der Donau zum Kraftwerk geleitet werden.
Das Atomkraftwerk Cernavoda steht für gewöhnlich für ein Fünftel der gesamten Stromproduktion Rumäniens. Nach dem Herunterfahren des zweiten Reaktors solle die Stromversorgung im Land durch andere Quellen gedeckt werden, etwa durch Windkraft und Importe, erklärte das Energieministerium. Es rief zu einem „verantwortungsvollen“ Stromverbrauch auf.
Der Wasserstand der Donau ist unter anderem wegen geringer Niederschläge und mehrerer Hitzewellen auf historische Tiefstände gesunken. Schon vor eineinhalb Wochen musste das benachbarte Ungarn sein einziges Atomkraftwerk abschalten.
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