Neues Forschungsergebnis: Pflanzen reagieren auf das Summen von Bienen mit mehr Nektar
Die Flora ist aufmerksamer als bisher bekannt. Forschungsergebnisse zeigen, dass Blumen das Summen ihrer Bestäuber zum Überleben nutzen.
Ein italienisches Forschungsteam hat herausgefunden, dass Pflanzen bei ihrer Bestäubungs-Symbiose mit Bienen einen aktiveren Part übernehmen als bisher angenommen: Sie können auf das Summen von Bienen mit erhöhter Nektarproduktion reagieren. Ursache ist womöglich eine Überlebensstrategie, um den für die Reproduktion nützlichen Bienen gegenüber bloßen Nektarräubern einen Vorteil zu verschaffen.
„Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass sowohl Insekten als auch Pflanzen vibroakustische Signale wahrnehmen und senden können“, sagte die Zoologin und Forschungsleiterin Francesca Barbero von der Universität Turin zum Guardian. Dass Pflanzen Umwelteinflüsse wie Insektenbewegungen, Temperatur oder Wind registrieren können, war im Zusammenhang mit pflanzlicher Wahrnehmung bisher nicht bekannt.
In einem Versuch spielten Forscher Glockenblumen und Löwenmäulchen das aufgenommene Summen von Schneckenhausbienen vor. Im Vergleich mit dem Surren von Wespen oder sonstigen Umgebungsgeräuschen steigerten die Blüten daraufhin nicht nur die Nektarmenge deutlich: auch der Zuckergehalt stieg.
Die Forscher:innen vermuten, dass dieses Verhalten eine evolutionäre Anpassung darstellt, um gezielt bestimmte Bestäuberarten anzulocken. Sollte sich das bewahrheiten, könnte das passende summende Geräusch also auch landwirtschaftlich eingesetzt werden, um Nektarproduktion und Pflanzenbestäubung zu erhöhen. Gerade in der vom Naturschützer:innen deklarierten „Bestäubungskrise“ könnte das den alarmierenden Rückgang blütenbestäubender Insekten möglicherweise kompensieren.
Barbero und ihr Team prüfen derzeit, ob diese Reaktion gezielt auf bestimmte Bestäuber wirkt oder auch Nektarräuber anzieht. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Nektarzusammensetzungen und dem verschiedener Insektenarten zu testen.
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