Neues Drohnen-Projekt: Fliegende Amphibie
Ein US-Forschungunternehmen will eine Drohne entwickeln, die fliegen, schwimmen, fahren und springen kann. Das Projekt steht aber noch ganz am Anfang.
BERLIN taz | Feinde der Vereinigten Staaten müssen dieser Tage oft sorgenvoll gen Himmel schauen. Das Risiko ist groß, dass eine Kampfdrohne angeflogen kommt und eine Rakete auf sie abfeuert - so wie es erst kürzlich dem pakistanischen Talibanchef Hakimullah Mehsud passiert ist.
In Zukunft könnten sich die Blicke auch in alle anderen Richtungen wenden - und aufs Wasser. Das Forschungsunternehmen Sandia National Laboratories, eine Tochterfirma des US-Rüstungsherstellers Lockheed Martin, arbeitet am Mulit-Modal Vehicle Concept - an einer Drohne, die nicht nur fliegen, sondern auch schwimmen und fahren kann. Und springen kann wie ein Frosch.
Mit diesen Fähigkeiten könnte eine solche Transformer-Drohne Einsätze durchführen, für die sonst mehrere verschiedene Fahrzeuge nötig wären, die alle zur rechten Zeit am rechten Ort sein müssten. „Der wahre Wert der Drohne ist, dass sie in komplexen Situationen maximale Flexibilität erlaubt“, zitiert die Internetseite wired.com Jon Salton, einen Mitarbeiter von Sandia National Laboratories.
Demnach sollen Drohnen der neuen Bauart irgendwann Einsätze durchführen, zu denen derzeit nur Spezialeinheiten in der Lage sind. „Muliti-Modal Vehicle könnten zumindest die Fähigkeiten der Spezialeinheiten erhöhen“, sagt Salton.
Drohne verliert Bauteile
Die Drohne hat jedoch auch Nachteile. Wie ein Animationsvideo zeigt, verliert sie bei ihren Transformationen Bauteile, die aus einem umkämpften Gebiet kaum zu bergen sind. Damit wäre das Mulit-Modal Vehicle nur einmal verwendbar und dementsprechend teuer. Zurückverwandeln kann sie sich auch nicht.
Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen. Bisher finden nur begrenzte Tests statt, einen fertigen Prototyp gibt es noch nicht. Sobald es diesen gibt, müssten Partner aus der Industrie gefunden werden, um den Transformer zu produzieren. Bis Taliban, Whistleblower oder Kommunisten von hüpfenden, schwimmenden und fliegenden Drohnen verfolgt werden, dürfte es also noch eine Weile dauern.
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