Neue Musik aus Berlin: Endloser Sommer

Krachen und Fiepen: Die dritte EP des Trios Dog Dimension dürfte vor allem den Freundinnen* schräger Rockmusik der 90er-Jahre gefallen.

Das Berliner Trio Dog Dimension

Das Berliner Trio Dog Dimension Foto: Promo

Den „Endless Summer“ hat schon so mancher Musiker und so manche Musikerin beschworen, aber so krachig, abgefuckt und noiserockig wie bei Dog Dimension klang das wohl bisher noch nie. Im gleichnamigen Song hört man fiepende und wuchtige Gitarren, die an Bands wie The Jesus Lizard, L7 oder Mudhoney erinnern.

Dazu wünscht sich Sängerin Josefine Lukschy, der angenehm vernebelte Zustand im heißen Sommer möge doch bloß noch ein wenig anhalten: „My brain is hanging on a thread/ It’s summer and I’m happy/ I don’t want it to end“. Auf dem Cover der EP, die auch „Endless Summer“ heißt, ist ein zur Jahreszeit passendes Banana-Split drapiert. Mhm!

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Dog Dimension: „Endless Summer“, 12“/EP (Bohemian Drips) | dogdimension.bandcamp.com, Release-Party: 1. Oktober, ausland, Prenzlauer Berg

Dog Dimension ist ein Berliner Trio, das seit 2019 besteht und eng mit dem Berliner Label Bohemian Drips verbunden ist (auf dem die neue EP auch erscheint). Alexander Meurer, der bei Dog Dimension die Gitarre (und die Effektgeräte!) bedient, ist auch Mitbetreiber des Labels, das experimentelle Musik jedweder Art veröffentlicht und sich auch für das großartige Speicher-Festival verantwortlich zeichnet, das im August wieder mit hochkarätiger Besetzung in Prenzlauer Berg stattfinden wird.

Die dritte EP von Dog Dimension dürfte vor allem jenen Menschen gefallen, die auf die schrägeren Spielarten der Rockmusik der neunziger Jahre stehen (Noise, Industrial oder Metal), selbst der gute alte Slap-Bass kommt hier mal wieder zu seinem Recht („Doggernaut“, „Scrunchy Face“).

Und doch wirken die Songs zu keiner Zeit wie ein Aufguss des Sounds der Post-Grunge-Ära – dazu experimentieren Dog Dimension auch viel zu viel herum, schlagen überraschende Seitenpfade ein und kümmern sich recht wenig um (Song-)Konventionen.

Das fällt gleich im ersten Song „Sticky People“ auf, wo eine teils sägende, teils sirenenartige, teils progmäßige Gitarre mit variablen Drums und dem charakteristischen Gesang von Josefine Lukschy zusammen kommt. Tolle (und toll produzierte) Musik, zu der man gut bangen kann. Vielleicht ja Anfang Oktober bei der Release-Party im ausland.

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ist freier Journalist und Autor. Er schreibt vor allem über Musik, Literatur, Sport, Gesellschaftsthemen. Arbeitet seit 2011 für die taz, derzeit auch als Redakteur im Wochenend-Ressort.

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