Neue Direktverbindung: In 14 Stunden nach Oslo
Mit der Bahn ohne Umsteigen von Berlin in die norwegische Hauptstadt – das wäre eine der längsten Direktverbindungen in Europa. 2028 soll sie kommen.
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Es wäre eine der längsten direkten Bahnverbindungen in Europa: Ab Sommer 2028 sollen Reisende in 14 bis 15 Stunden von Berlin nach Oslo fahren können. Das plant jedenfalls die Deutsche Bahn in Verbindung mit den Staatsbahnen in Norwegen und Dänemark. Täglich würden dann zwei Zugpaare des neuen ICE L die Strecke von der deutschen Hauptstadt über Hamburg, Kopenhagen, Malmö und Göteborg bis in die norwegische Kapitale zurücklegen.
„Angesichts hoher Kraftstoffpreise bleiben Fernverkehrszüge eine gute Alternative zum Auto oder Flugzeug“, schreibt Fernverkehrsvorstand Michael Peterson auf der Webseite der Deutschen Bahn. „Mit dem neuen internationalen Angebot von Berlin über Kopenhagen nach Oslo binden wir auch Nordeuropa noch enger an – und bringen gleich drei Hauptstädte über die Schiene zusammen.“
Schon in den letzten Jahren hat die Bahn als Verkehrsmittel bei inländischen und europäischen Verbindungen gegenüber dem Flugzeug aufgeholt.
Lieber Bahn als Flieger
Zu den Gründen zählen die noch unter der Ampelregierung angehobene Luftverkehrsabgabe, die auf kurzen Strecken vergleichsweise hoch ausfällt, und die hohen Preise für Treibstoff, insbesondere für Flugkerosin. Seit 2019 verzeichnete die Deutsche Bahn so nach eigenen Angaben „fast ein Drittel mehr Menschen“, die für Europareisen auf die Schiene umgestiegen sind.
Auch die EU-Kommission unterstützt den Plan als eins von zehn Pilotprojekten, die sie in ihrem Aktionsplan für neue grenzüberschreitende Fernverkehrsverbindungen angekündigt hat. Mit diesem will sie den entsprechenden Bahnverkehr bis 2030 verdoppeln und bis 2050 verdreifachen. Zudem sollen die Reisezeiten zwischen den europäischen Hauptstädten halbiert und technische Hindernisse wie unterschiedliche Stromsysteme oder Signaltechniken sowie die Fahrgastrechte harmonisiert werden. Nicht zuletzt ist auch geplant, dass die Bahnunternehmen verpflichtet werden sollen, Fahrkarten verschiedener Anbieter in ihre digitalen Plattformen zu integrieren.
Andere Projekte aus der Reihe sind etwa die Verbindung Prag–Berlin–Kopenhagen, die seit dem 1. Mai dieses Jahres besteht, und die Fahrt Rom–München, die ab dem kommenden Jahr angeboten werden soll.
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