Nazi-Rapper verhaftet: Mr. Bond hält endlich die Klappe

Er verherrlichte rechtsextreme Morde und inspirierte den Attentäter aus Halle. Jetzt wurde der österreichische Nazi-Rapper Mr. Bond verhaftet.

Vor einem üsterreichischen Polizeifahrzeug mit Blaulicht läuft ein Polizist

Österreich: Der Nazi-Rapper Mr. Bond wurde in der Kärntner Gemeinde Paternion verhaftet (Symbolfoto) Foto: Tobias Steinmaurer/imago

Der Neonazi und Hass-Rapper Mr. Bond wurde am 20. Januar in der Kärntner Gemeinde Paternion festgenommen. Verfassungsschutz und Polizei hatten ihn zuvor ausgeforscht. Bei einer Hausdurchsuchung entdeckten sie in seiner Wohnung Waffen, eine Reichskriegsfahne, NS-Devotionalien und Liedtexte. Außer den offen faschistischen Texten war von Mr. Bond bisher wenig bekannt.

Unter seinem Synonym anon24431009 treibt er sich seit Jahren in rechtsextremen Foren herum. Den Holocaust hält er für einen „Holohoax“, also einen Betrug, hinter politischen Ereignissen steckt für ihn stets eine jüdische Verschwörung. Nach dem Mord an Walter Lübcke feierte er den Attentäter als „neuen deutschen Helden“.

Er habe „einen antideutschen, antiweißen Politiker weggeblasen!“. Den rechtsradikalen Attentäter im neuseeländischen Christchurch erhob er nach dem Mord an 51 Menschen zum Heiligen „St. Brenton. Ich liebe diesen Mann!“. Dessen wirres Manifest, das vor Rassismus und Mordaufrufen strotzt, hat er ins Deutsche übersetzt und ins Netz gestellt.

Glühender Rassist

In Deutschland wurde der Rapper bekannt, weil der Halle-Attentäter Stephan B. sich vor seinem geplanten Massaker in der Synagoge mit Mr. Bonds Musik aufgeheizt hatte. Seine künstlerische Kreativität hält sich in Grenzen. Er bedient sich fremder Songs und versieht sie mit faschistischen Texten. Aus dem Hit „Wind of Change“ der Band The Scorpions machte er „Wind of Adolf“. Aus „Supa Cocky“ des US-amerikanischen Rappers Gucci Mane machte er „Supanazi“ und hat sich damit wohl selbst gefeiert.

Für Bernhard Weidinger vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW), der Mr. Bonds Postings analysiert hat, ist der Mann ein „glühender Rassist, Antisemit und bekennender Nationalsozialist“. Musik und einschlägige Texte dienen in der rechtsradikalen Szene zur Rekrutierung von Jugendlichen.

Mr. Bond sitzt vorerst in Untersuchungshaft in Klagenfurt. Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt gegen ihn wegen Herstellung und Verbreitung von NS-Gedankengut und Verhetzung. Außerdem wird er sich wegen systematischer Verletzung von Urheberrechten verantworten müssen.

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