Nachfolge von AKK: Südwest-CDU will Spahn ganz vorne

Unionsabgeordnete wünschen sich den Rückzug von Merz, Röttgen und Laschet. Stattdessen träumen sie von Spahn als Vorsitzenden.

Jens Spahn guckt in die Ferne

Immer im Blick: die Kanzlerkandidatur zur Bundestagswahl 2021 Foto: Fabrizio Bensch/reuters

BERLIN taz | In gut vier Monaten wählt die CDU ihren neuen Vorsitzenden. Bekanntlich hatte Amtsinhaberin Annegret Kramp-Karrenbauer im Februar angekündigt, ihren Posten zu räumen. Kurz darauf hoben vier Männer die Hand. Sowohl Kramp-Karrenbauers Dauerrivale Friedrich Merz als auch der Außenpolitiker Norbert Röttgen sowie das Duo Armin Laschet/Jens Spahn würden die Partei gerne führen. Immer im Blick: die Kanzlerkandidatur zur Bundestagswahl 2021.

Der für das späte Frühjahr geplante Parteitag musste dann aber wegen der Corona­pandemie abgesagt werden. Die CDU hatte mit dem Regieren in Bund und Ländern jedoch nicht nur alle Hände voll zu tun, sie verdankt der Rolle als Kümmererpartei inzwischen auch sensationelle Zustimmungswerte: Rund 37 Prozent der WählerInnen würden der Union aktuell ihre Stimme geben.

Das ist der eine Grund, weshalb nun Stimmen aus der CDU laut werden, die eine Rochade im Bewerberfeld fordern. Abgeordnete aus Baden-Württemberg haben gegenüber der Stuttgarter Zeitung erklärt, sie wünschten sich den Rückzug von Merz, Röttgen und Laschet zugunsten von Jens Spahn.

Die drei „sollten überlegen, ob sie der Partei wirklich noch den notwendigen Impuls geben können oder nicht doch lieber den Weg frei machen für einen echten Generationswechsel“, sagt etwa der Bundestagsabgeordnete Michael Hennrich. Ihm springt der Innenexperte Armin Schuster zur Seite. Er sehe den Gesundheitsminister „nicht in der von ihm selbst gewählten Zurückhaltung, sondern eindeutig auf Augenhöhe mit den anderen Kandidaten“.

Söder zu grün für die Union

Der andere Grund für den Vorstoß aus Südwest heißt Markus Söder. Ihn können sich aktuell 40 Prozent der WählerInnen als Bundeskanzler vorstellen. Sein Makel: Er ist Vorsitzender der kleinen Schwesterpartei CSU und inhaltlich ungefähr so grün wie Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann. Das könnte für die dortige CDU zum Problem werden, denn ihre Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann würde Kretschmann bei der Landtagswahl im März gerne ablösen. Ein derart taktisch sich als Grüner Gerierender wie Söder würde ihr die Abgrenzung zur Ökopartei noch schwerer machen als ohnehin der Fall.

Die bisherigen Kandidaten für den CDU-Vorsitz lassen indes keine Neigung erkennen, sich zu trollen. Im Gegenteil: Norbert Röttgen, der die schlechtesten Umfragewerte hat, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, er könne bei sich „keinen Mangel feststellen“.

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