Nach tödlicher Geiselnahme in der Türkei: Twitter und Youtube gesperrt
Die Türkei zensiert erneut das Netz, Twitter und Youtube sind seit Montag blockiert. Hintergrund sind veröffentlichte Bilder der Geiselnahme Anfang April.
ISTANBUL dpa | Die türkischen Behörden sperren den Zugang zu Twitter und Youtube. Der Leiter der Behörde für Informationstechnologie, Tayfun Acarer, bestätigte das der Zeitung Hürriyet am Montag. Acerer sagte, Facebook sei von der Sperre derzeit nicht betroffen.
Der Generalsekretär der Vereinigung der Internet-Serviceprovider (ESB), Bülent Kent, sagte Hürriyet, ein Schreiben der Generalstaatsanwaltschaft zur Blockade von sozialen Medien sei eingegangen. Die ESB werde die Gerichtsentscheidung nun an die einzelnen Provider weiterleiten. Zahlreiche Internetnutzer klagten am Nachmittag, der Zugang zu Twitter und Youtube sei nicht mehr möglich.
Hintergrund ist die Veröffentlichung von Fotos von der tödlichen Geiselnahme eines Staatsanwaltes in der vergangenen Woche in Istanbul in sozialen Medien. Auf den Bildern war zu sehen, wie die beiden Geiselnehmer dem Staatsanwalt eine Pistole an den Kopf hielten. Der Staatsanwalt wurde getötet, die Geiselnehmer kamen bei der Operation der Polizei ums Leben.
Acarer sagte, Facebook sei zunächst von dem Gerichtsbeschluss ebenfalls betroffen gewesen, habe die Bilder von der Geiselnahme dann aber entfernt. Daraufhin sei die Sperre aufgehoben worden. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte am vergangenen Freitag ein Gesetzespaket unterzeichnet, das unter anderem eine schärfere Kontrolle des Internets ermöglicht.
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