Nach den Protesten in Frankreich: Schulstreik an Hamburger Schule
Schüler*innen der Max-Brauer-Schule haben am Mittwoch eine Blockade errichtet. Sie fordern mehr Investitionen in Bildung statt Militarisierung.
Am Mittwochmorgen haben Schüler*innen der Max-Brauer-Schule in Hamburg-Altona für etwas mehr als zwei Stunden die Eingänge ihrer Schule blockiert. Sie hängten Transparente mit ihren Forderungen auf und riefen Parolen. Mehrere Einsatzfahrzeuge der Landesbereitschaftspolizei rückten an, um den unangekündigten Protest zu beenden. Laut Polizei nahmen ungefähr 150 Schüler*innen am Streik teil. Das Schüler*innenkomitee hingegen spricht von bis zu 300 beteiligten Schüler*innen.
Die Polizei führte Gespräche mit den Teilnehmenden, an denen sich auch maßgeblich die Schulleitung beteiligte. Nach der Zusage weiterer Gespräche beendeten die Schüler*innen die Blockade. In der Turnhalle diskutierten sie anschließend mit der Schulleitung und einer Vertretung der Schulbehörde.
Wie eine Schülerin der taz sagte, streikten die Jugendlichen in erster Linie aus Solidarität mit den französischen Schüler*innen. In Frankreich haben sich die Streiks seit September auf das ganze Land ausgeweitet. Die Schüler*innen protestieren täglich für ein besseres und gerechteres Bildungssystem. Mittlerweile schließen sich immer mehr Eltern und Lehrkräfte den Protesten an.
Längst sind die Proteste auch in Deutschland angekommen. Bereits am Montag streikten Schüler*innen des französischen Gymnasiums in Berlin. Eine Gruppe von Schüler*innen lief angemeldet und begleitet von der Polizei zur französischen Botschaft. Dort überreichten die Jugendlichen ihre Forderungen. Sie kritisierten nicht nur die Kürzungen im französischen Bildungssystem, sondern auch die Einsparungen im Berliner Schulwesen.
Schülerin zur taz
Wie Berliner Schüler*innen nahmen sich die Schüler*innen der Max-Brauer-Schule ein Beispiel an den französischen Blockaden. Mithilfe von Kabelbindern banden sie Müllcontainer und E-Scooter am Schultor fest und verbarrikadierten so den Eingang zum Schulgelände.
„Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass es auch hier Sozialkürzungen gibt, die wir als Schülerinnen und Schüler erleben und die uns beeinträchtigen“, sagte eine Schülerin der taz. Der Protest richte sich nicht nur gegen den Sozialabbau, sondern auch gegen das Wehrdienstgesetz. Die Jugendlichen fordern mehr Investitionen in die Bildung statt in die Militarisierung.
Die Schüler*innen bewerten den Streik als erfolgreich. „Ziel war es, dass sich unsere Schule solidarisch ausspricht“, sagte die Schülerin. „Unsere Blockade hat für Aufmerksamkeit gesorgt. Das ist immer gut.“ Nun wollen die Schüler*innen in internen Treffen die Blockade nachbesprechen und über weitere Schritte diskutieren.
Am 20. November soll ein europaweiter Schulstreik gegen die Wehrpflicht stattfinden. Daran wollten sich die Hamburger*innen beteiligen. Die Schüler*innen wollten mit ihrer Blockade auch Werbung für den Streik machen. Sie hoffen, dass möglichst viele Jugendliche teilnehmen.
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