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Nach Parteitag-AbsageAfD-Mitglieder gegen Hampel

In Hannover protestierten AfD-Anhänger gegen den eigenen Landeschef. Dieser hatte einen Parteitag abgesagt, bei dem es um seine Abwahl hätte gehen sollen.

Andreas Speit

Aus Hamburg

Andreas Speit

Immerhin ein kleines Kompliment konnte sich der ultrarechte AfDler und Ex-Vizepräsident des Bundes der Vertriebenen Wilhelm von Gottberg für den niedersächsischen Landesvorsitzenden der AfD abringen. Armin-Paul Hampel sei „ein national denkender Mensch –„mit seinen Reden kann er Menschen begeistern“, sagte er am Samstag in Hannover.

Mehr Zuspruch sollte Hampel an diesem Tag aber nicht ernten. Am Wochenende sollte in Hannover eigentlich der Sonderparteitag des niedersächsischen Landesverbandes stattfinden, um über seine Abwahl zu entscheiden. Doch dann hatte Hampel den Parteitag kurzfristig abgesagt. Rund hundert AfD-Mitglieder kamen trotzdem, um gegen die „Willkür“ und „Egomanie“ Hampels auf dem Parkplatz am Bürgerhaus Misburg zu protestieren. Außerdem waren rund 50 Gegendemonstranten gekommen.

Bevor die von Landesvize und Bundestagsabgeordneten Jörn König und der Fraktionsvorsitzenden Dana Guth initiierte Kundgebung beginnt, betont Gottberg gegenüber der taz: „Nein, es besteht kein inhaltlicher Streit mit Herrn Hampel.“

Das Problem sei, dass dieser verschiedene Meinungen in der Partei nicht gelten ließe. Er kennen nur ein für oder ein gegen ihn und würde sich an Beschlüsse und Satzung nicht halten. Einen Landesverband könne jedoch nicht in Gutsherrenart geführt werden.

Auch Guth versichert, dass es sich weniger um politische Differenzen zu Hampel handele, der dem thüringischen Landtagsfraktionschef und Landesvorsitzenden Björn Höcke nahesteht. Auch diese Verbindung sei nicht das Problem. Doch das persönliche Handeln Hampels erschwere die Entwicklung des Verbandes.

Im Halbkreis stehen die parteiinternen Hampel-Kritiker vor den Rednern. Ein neuer Parteitag könne im März stattfinden, sagt Gottberg. Sie applaudieren.

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