Nach Arrest-Urteil der Birma-Junta: Suu Kyi will Berufung einlegen
Während die UNO sich wegen China und Russland nicht auf eine Verurteilung des Schuldspruchs einigen konnte, will die EU die Sanktionen verschärfen und Suu Kyi selbst geht in Berufung.
RANGUN/NEW YORK dpa | Die birmesische Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi will mit juristischen Mitteln gegen die Verlängerung ihres Hausarrestes vorgehen. Suu Kyis Anwalt kündigte am Mittwoch an, Berufung gegen das Urteil eines Sondergerichts vom Vortag einzulegen, wonach seine Mandantin weitere 18 Monaten ihr Haus nicht verlassen darf.
Während Regierungen und Menschenrechtsorganisationen weltweit von Birmas Militärjunta die Freilassung der 64-jährigen Oppositionsführerin verlangten, konnte sich der UN-Sicherheitsrat vorerst nicht auf eine Verurteilung des umstrittenen Schuldspruchs einigen. Einige Mitgliedsländer - darunter China und Russland - verlangten eine Bedenkpause, sagte der amtierende Ratspräsident John Sawers am Dienstagabend nach einer Sondersitzung in New York.
Die EU kündigte eine Verschärfung der Sanktionen gegen das Regime an. Der südostasiatische Staatenbund ASEAN verlangte die Freilassung Suu Kyis. Anhänger der Demokratiebewegung gingen in vielen Ländern auf die Straße, um gegen den Schuldspruch zu demonstrieren. US-Präsident Barack Obama sagte: "Ich schließe mich der internationalen Gemeinschaft an, die Suu Kyis sofortige und bedingungslose Freilassung fordert." US-Außenministerin Hillary Clinton forderte die regierende Junta auf, auch die über 2.000 politischen Gefangenen in Birma auf freien Fuß zu setzen.
Unterdessen nahmen die Behörden in Birma eine Oppositionsaktivistin fest. Naw Ohn Hla hatte versucht, Suu Kyi in ihrem Haus in Rangun zu besuchen, berichteten Augenzeugen.
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