Möglicher Terroranschlag in Brüssel

Zwei Polizisten niedergestochen

Einem Beamten stach er in den Hals, dem anderen in den Bauch. Die belgische Bundesanwaltschaft geht von einem terroristischen Hintergrund des Angreifers aus.

Zwei Polizisten deuten mit ausgestreckten Armen nach rechts

Die Brüssler Staatsanwaltschaft ermittelt nach der Messerattacke bereits Foto: ap

BRÜSSEL ap/afp | Ein Angreifer hat im Brüsseler Problemviertel Schaerbeek zwei Polizisten niedergestochen. Auf der Flucht sei er schließlich mit einem Schuss ins Bein gestoppt worden, sagte der Sprecher der belgischen Bundesstaatsanwaltschaft, Eric Van Der Sypt, am Mittwoch.

Es sei davon auszugehen, dass der Vorfall einen terroristischen Hintergrund habe. Wie die Ermittler zu diesem Schluss kamen, sagte Van der Sypt nicht.

Der Mann stach demnach einen der Polizisten in den Hals und den zweiten in den Bauch. Als ihn eine Gruppe weiterer Beamter aufhalten wollte, brach er einem von ihnen die Nase, bevor er angeschossen wurde.

Die Staatsanwaltschaft werde sich zu einem späteren Zeitpunkt auch zum „Namen, dem Geburtsdatum und der Nationalität“ des Angreifers äußern, sagte Van Der Sypt, weiter. Ein auf Terrordelikte spezialisierter Untersuchungsrichter werde über das weitere Vorgehen gegen den Mann entscheiden, fügte er hinzu. Weitere Angaben machte Van Der Sypt zunächst nicht.

Belgien war zuletzt von IS-Anschlägen erschüttert worden

Zuerst hatte sich die Staatsanwaltschaft von Brüssel um den Fall gekümmert, da die Behörden zunächst nicht von einem terroristischen Hintergrund ausgegangen war. Deren Angaben zufolge attackierte der Angreifer die beiden Beamten während einer Kontrolle auf einer Hauptstraße der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek. Die Polizisten waren aber nicht in Lebensgefahr.

In Belgien herrscht erhöhte Wachsamkeit, seit bei islamistischen Anschlägen am Brüsseler Flughafen und in einem U-Bahnhof im EU-Viertel im März 32 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt worden waren. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu den Anschlägen.

Anfang August hatte zudem ein Mann vor einer Polizeiwache im südbelgischen Charleroi zwei Polizistinnen mit einer Machete angegriffen. Der Mann rief dabei „Allahu Akbar“ („Gott ist groß“), bevor ein Polizist auf ihn schoss. Der Angreifer erlag später seinen Verletzungen. Anfang September griff ein Mann zwei Polizisten im Brüsseler Stadtteil Molenbeek mit einem Messer an, die Beamten blieben aber unverletzt.

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