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Mobile Friseure„Ein Friseur, der Obdachlosen die Haare schneidet“

Friseure leiden unter den steigenden Mieten. Manche fahren deswegen in einem Wagen rum. So könnten sie auch anderen helfen.

Die Miete für Friseurläden ist zu teuer. Vielleicht lieber mit Wägen durch die Stadt fahren?

D ieser Wagen, der war in der Wochentaz abgebildet. Der sieht so aus wie ein Kältebus, habe ich gedacht. Ich dachte, dieser Bus wäre für Obdachlose, das habe ich mir allerdings falsch gemerkt. Es ist ein fahrender Friseurladen. Aber fand es trotzdem sehr spannend. Dann hatte ich die Idee, dass es so etwas doch für Obdachlose geben könnte: ein Wagen, der herumfährt und den Obdachlosen die Haare schneidet.

Der Mensch, der auf meinem Bild für die Zeitung den Wagen fährt, hatte vielleicht früher mal einen Friseurladen, aber die Miete wurde zu teuer. Also fährt er jetzt eben rum.

Christian Specht

Jahrgang 1969, ist politisch engagiert und setzt sich für mehr Mitwirkungsmöglichkeiten von Menschen mit Beeinträchtigung in den Medien ein. Seit 2017 ist er der erste Mensch mit Beeinträchtigung im Vorstand der Lebenshilfe Berlin. Wenn er möchte, zeichnet er uns den „Specht der Woche“

Viele Friseurläden machen leider zu. Da wo ich wohne, gibt es nur noch ein, zwei Friseurläden, die anderen haben zugemacht. Zu teuer die Miete. Und auch die Preise für die Leute, die sich die Haare schneiden lassen, werden teurer. In der Schönleinstraße ist aber noch einer – der ist okay –, da kostet es zehn Euro. Stefan geht da auch ab und zu mal hin. Der ist auch total nett, der kommt aus Kroatien, da wo Doris herkommt. Mit dem rede ich manchmal.

Protokoll: Raweel Nasir

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