Mittel gegen Wind und Kälte: Vergesst Capri!
Was tun gegen den Herbstblues? Ein warmer Pulli kann helfen oder ein Urlaub in der Ferne. Das Reiseziel einer Frau in der Falafelschlange überrascht jedoch.
A . und ich stehen in der Schlange vor einem Falafelladen in Kreuzberg. Wind kommt auf und trägt ein paar vertrocknete Blätter zu uns. Mir ist kalt, ich hole meinen Pulli aus der Tasche.
„Es riecht nach Herbst“, sag ich und ziehe eine Schnute, als ich den Kopf aus der Öffnung strecke. Ich mag den Herbst eigentlich, aber ich bin wie in jedem Jahr am Anfang immer noch nicht richtig bereit dafür, dass es losgeht. Dunkelheit, Regen, Kälte und bald auch noch Hundescheiße an den Schuhen.
„Ja! Voll gut“, sagt A. da. „Ich hab schon Kerzen und Zimt gekauft. Nächste Woche Lebkuchen.“ Er grinst. Ich lache.
Eine blonde Frau in einem blauen Sommerkleid mit einem Haarband vor uns dreht sich um und sagt: „Das ist nicht lustig. Ich kriege schon Depressionen, wenn ich nur dran denke.“
„Geht mir auch so. Im Winter vor allem, aber deshalb mach ich das, um mich aufzuheitern“, erklärt A.
Die Frau guckt zweifelnd.
„Ich fahr immer weg. Einmal im November und einmal im Februar, weil man es hier dann wirklich nicht mehr aushält.“
Wir nicken verständnisvoll.
„Aber wohin fahren Sie da?“, frage ich und stelle mir die Frau mit einer riesigen Sonnenbrille unter einem großen Sonnenhut am Strand vor, vielleicht auf Capri. Oder an der Côte d'Azur, denke ich. Sie ist so ein Typ. Kühl und klassisch. Wie ein Filmstar aus den 1960ern.
Sie macht eine abwertende Geste und lacht kurz auf. „Ich fahr zur Familie nach Finnland.“
A. und ich gucken beide ein bisschen doof aus der Wäsche, bis A. sagt: „Aber da ist es doch noch viel düsterer und kälter als in Berlin?“
Die Frau nickt. „Aber da sind einfach alle so wie ich. Das beruhigt mich. Und man fällt überhaupt nicht auf.“
Ich lächle sie an, aber sie guckt sehr ernst und dreht sich wieder nach vorn. Als sie dran ist, bestellt sie sich eine Falafel mit extra viel Zwiebeln.
A. hebt die Augenbrauen und sagt: „Also dann, auf nach Finnland.“
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