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Mitarbeiterin der WocheSarah Palin

Illustration: Inga Israel

Erinnern Sie sich noch an Sarah Palin? Wenn nicht, schauen Sie sich „Game Change“ mit Juliane Moore in der Hauptrolle als ebenjene Palin an. Die Gouverneurin von Alaska wurde 2008 vom Wahlkampfteam des Republikaners John McCain aus dem Hut gezaubert, um das ungleiche Duell um die Präsidentschaft mit dem jungen Barack Obama doch noch zu wenden. Sie sollte der „Game Changer“ sein. Sie wurde es nicht. Der Film bringt es auf die simple Formel: Sie war einfach zu blöd.

Aber eines, das konnte sie immer: kämpfen.

Und seit vergangener Woche hat die 53-Jährige einen neuen Kampf eröffnet – gegen die New York Times. Die Zeitung hatte in einem Kommentar eine Verbindung zwischen einem Anschlag von 2011, bei dem sechs Menschen starben und die Kongressabgeordnete Gabby Giffords schwer verwundet wurde, und Werbespots von Palins Lobbygruppe gezogen, in denen unter anderem Giffords in einem Fadenkreuz gezeigt worden sein soll. Die Times korrigierte diese Darstellung einen Tag später. Das Blatt gab zu, dass in dem angesprochenen Spot keine PolitikerInnen, sondern Wahlkreise ins Fadenkreuz genommen worden seien.

Das reicht Palin aber nicht. Sie klagt wegen übler Nachrede, will 75.000 Dollar Entschädigung und vermutlich will sie den Streit am Köcheln halten, denn sie giftet -– wie ihr Präsident und Parteifreund Donald Trump – schon seit Jahren gegen die etablierten Medien.

Die New York Times hat angekündigt, sich gegen jede Klage wehren zu wollen. Der Ausgang ist ungewiss. Die Meinungs- und Pressefreiheit geht in den USA deutlich weiter als hierzulande. JÜK

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