: Menschen nicht an der Flucht hindern
LibyenOxfam kritisiert die europäische Mittelmeerpolitik als Verletzung der Menschenrechte
dpa | Die Hilfsorganisation Oxfam hat die EU-Mitgliedstaaten davor gewarnt, Menschen an der Flucht aus Libyen zu hindern. „Der Versuch der Europäischen Union, sicherzustellen, dass Menschen Libyen nicht verlassen können, gefährdet mehr Männer, Frauen und Kinder, missbraucht oder ausgebeutet zu werden“, heißt es in einem Bericht, den Oxfam am Mittwoch veröffentlichte. Er basiert auf Befragungen von 158 Migranten.
Die EU versucht, den Flüchtlingsstrom einzudämmen. Allen voran will Italien die Libyer bei der Bekämpfung des Menschenhandels unterstützen. Außerdem verstärkt die Regierung in Rom den Druck auf Hilfsorganisationen, die im Mittelmeer Migranten retten.
Berichte von Migranten machen allerdings deutlich, dass in Libyen Menschenrechte systematisch von Menschenhändlern, Schmugglern, Milizen und kriminellen Banden verletzt würden und dass dort Menschen unter unzumutbaren Bedingungen lebten, mahnt Oxfam. Mit Ausnahme einer Frau hätten alle Befragten sexuelle Gewalt erfahren. Viele Frauen und Männer hätten mitansehen müssen, wie andere Migranten gefoltert oder getötet worden seien. Vielen sei regelmäßig Essen und Wasser verwehrt worden.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen